1923: Ein guter Jahrgang

in 95 Jahre ZS/Campus/Thema von

Wir wollen nicht alleine feiern. Ein Klassentreffen mit vier Gleichaltrigen.


Walt Disney Company

Die Brüder Roy und Walter stampften am 16. Oktober das Disney Brothers Cartoon Studio aus dem Boden. Mit modernsten Technologien und unverkennbarem Stil revolutionierten die beiden die aufkommende Unterhaltungsmaschinerie. Die Kassen quollen dank verzweifelter Eltern über, die Generationen von Kindheitsträumen finanzierten. Heute ist die Walt Disney Company das weltgrösste Medienkonglomerat, betreibt mehrere Vergnügungsparks und grosse Fernsehstationen und schluckte den Comic-Pionier Marvel und die «Star Wars»-Produktionsfirma Lucasfilm. Es lebe die Gemütlichkeit, die Industrie und das Geld!


Hollywood-Schriftzug

Am 13. Juli stellte eine Maklerfirma für 21’000 Dollar ein Gerüst aus alten Telefonmasten und Drähten auf und hämmerte weisse Metallplatten an den Schrott. Damals war noch «Hollywoodlands» darauf zu lesen. Es sollte dazu animieren, ein Grundstück auf diesem gottlosen Hügel in Los Angeles zu kaufen. 1949 erwarb die lokale Handelskammer die Rechte am rostenden Schriftzug, liess ihn restaurieren und entfernte die Silbe «-lands». Als das Wahrzeichen 1978 wieder zu verfallen drohte, lud Hugh Hefner, Gründer des «Playboy», in seiner Mansion zur Spenden-Party. Er versteigerte symbolisch Namensrechte an den einzelnen «Hollywood»-Buchstaben.


«Time»-Magazin

Die erste Ausgabe des Magazins erschien am 3. März. Die beiden Gründer hatten sich bei der Uni-Zeitung «Yale Daily News» kennengelernt. Besonders bekannt ist die Serie «Person of the Year». Diese erscheint immer im Dezember. Dabei wird eine Person, eine Gruppe, eine Idee oder ein Objekt portraitiert, die laut «Time» das Jahr geprägt haben – egal ob positiv oder negativ. So kam es, dass 1938 Adolf Hitler und 1939 Josef Stalin den Leserinnen und Leser entgegenblickten. Auch Teufelskerl Donald Trump schaffte es auf das Cover mit dem roten Rahmen. Auf seinem Kopf thronte das «M» von «Time».


Marta Emmenegger

Marta Emmenegger würde am 18. Oktober ihren 95. Geburtstag feiern. Die gelernte Kauffrau schrieb zuerst als Journalistin für die «Annabelle», später wechselte sie zum «Blick». Bei der Boulevardzeitung hatte sie ab 1980 mit «Liebe Marta» eine eigene Kolumne, wo sie erstmals in der Schweiz öffentlich sexuelle Probleme diskutierte. Emmenegger beantwortete Fragen zu Lust und Unlust, Potenzstörungen und Intimrasur und wurde damit zu einer festen Grösse in der damals spärlichen Sexualberatung. Auch dank ihres unaufgeregten Schreibstils und ihres Fachwissens ist Sex kein Tabu mehr.


Mit Illustrationen von Kevin Solioz

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Ist das ein richtiges Jubiläum? Eigentlich nicht so richtig. Aber irgendwie eben
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