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Von Sportbeuteln und Proteinshakes

in Campus von

Sport machen liegt im Trend, gerade auch bei Studierenden. Dabei setzen sich zunehmend auch bisher eher unbekannte Sportarten durch.

Wenn man heutzutage über den Campus streift, fällt auf, dass vermehrt Sporttaschen und Sportkleidung Einzug in den Hochschulalltag erhalten haben. Die ohnehin schon engen Sitzreihen sind bestückt mit Sportbeuteln und die Ablagen sind voll von Poteinshakes. Es scheint, als würden Studierende einen  grossen  Anteil ihres Tages regelmässig mit Sport ausfüllen und der Ausübung des Sports eine hohe Priorität zuweisen. Dieser Eindruck bestätigt sich, wenn man Studierende nach ihren Hobbies und Lieblingsfreizeitbeschäftigungen fragt – unweigerlich stösst man so immer wieder auf Sport. Woran liegt das?

Gestiegenes Interesse an neuen Sportarten

Das Sportimage hat in den vergangenen Jahren einen Wandel durchlaufen und positioniert sich heute als eine alltags- und lebensorganisierende Tugend, welche sich nach den Vorlieben der jeweiligen Individuen richtet und zudem als Sprachrohr in einer soziokulturellen Gesellschaft dient. Immer mehr (junge) Menschen suchen den Reiz von Abenteuer und Risiko bei neuen, sportlichen Bewegungsformen. Traditionelle und etablierte Sportkulturen wie Sportvereine haben des Öfteren ausgedient, das Interesse an neuen Sportarten steigt. Eine Mischung aus Selbstinszenierung, Sensationslust und Grenzerfahrung wirkt faszinierend und lockt zu immer neueren, innovativeren Trendsportarten. Auf diese Weise etablieren sich Subkulturen wie Fun-, Erlebnis-, Risiko-, Abenteuer-, Rand-, Extrem- und Trendsporten. Oftmals geniessen solche neuen Sportarten öffentliche und mediale Aufmerksamkeit, zum Beispiel in Werbespots. Sie unterstützen den Drang nach dem Unbekannten. Zumeist etablieren sie sich aber abseits und im Schatten von Sportvereinen, die Ausübung erfolgt in dedizierten Communities mit entsprechendem Lifestyle, welcher sich durch ein ausgefeiltes Ernährungskonzept oder einem entsprechenden Kleidungsstil identifizieren lässt.

Höhere gesellschaftliche Bedeutung

 Es mag erstaunen, dass es erst in den letzten Jahrzehnten zu einer Popularisierung dieser neuartigen Sport- und Bewegungskultur gekommen ist, obwohl es in den 1950er- bzw. 1970er-Jahren bereits erste Lifestyle-Trends wie „Surfen“ und „Skateboarden“ gab. Doch das zunehmende Interesse an Trendsportarten geht einher mit der Transformation der Lebensorientierung, welche erst in den letzten Jahren stattgefunden hat. Wo früher das Leitbild einer erfolgreichen beruflichen Karriere dominiert hat, existiert heute eine neue Werthaltung, welche sich durch ein freizeitorientiertes, selbstfinderisches Erlebnisbedürfnis auszeichnet. Mehr und mehr Freizeitbeschäftigungen zeichnen sich durch sportliche Aktivitäten aus, was dazu führt, dass dem Sport im Allgemeinen eine höhere gesellschaftliche Bedeutung zukommt. Es überrascht daher auch nicht, dass der ASVZ mit einem breiten Angebot an Trendsportarten wirbt, welches gerne und oft von Hochschulangehörigen genutzt wird. Die Verknüpfung von Sport, Studium und Alltagskultur am Campus ist daher nicht verwunderlich, sondern entspricht der neuen Trend-Sport-Kultur.

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