Der neue Campus der Zürcher Hochschule der Künste (Bild: zhdk.ch/?toni-areal).

Auftakt im Toni-Areal

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Dieses Wochenende fanden die Tage der offenen Tür im Toni-Areal statt. Der Umzug der Zürcher Hochschule der Künste nach Zürich West brachte allerlei Sehenswertes zu Tage.

 

Schon die Anreise ist für Einheimische einigermassen spektakulär. Die breiten Strassen und grossvolumigen Gebäude in Zürich West wirken als wäre man nicht mehr in Zürich, als wäre man an einem Ort der Zürich gerne sein würde – eine Grossstadt. Die Tramlinie hält direkt vor dem umgebauten Toni-Areal, wo dieses Wochenende die Eröffnung der neuen Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), mit den Tagen der offenen Tür gefeiert wird. Hoch über den Köpfen der zum Gebäudeeingang strebenden Menge verlaufen SBB-Gleise und verstärken die urbane Atmosphäre um die grösste Schweizer Kunsthochschule.

 

Schätze aus 31’000 Umzugskartons

Im Innern des Gebäudes wuseln an diesem Wochenende Tausende von Neugierigen auf einer Fläche umher, die so gross ist wie 13 Fussballfelder. Über 1500 Räume hat die neue Schule. Der Umzug, der alle Departement der Fachhochschule von über 40 Standorten unter einem Dach vereint, dauert noch an – doch das meiste ist schon angekommen und kann entdeckt werden. Ein Volumen von mehr als 31’000 Umzugskartons wurde bereits ausgepackt. Dazu gehört zum Beispiel das Schaudepot der ZHdK, wo die Plakat-, Design-, Kunstgewebe- und Grafiksammlung aus über 500’000 Objekten der Öffentlichkeit gezeigt wird. Bei einer Führung durch die Sammlung erfährt man, wie die 140 Jahre alten Bestände gelagert und verzeichnet werden. Die Besucher entdecken Klassiker wie den vom Ehepaar Eames entworfenen Plastic Armchair, der 1948 den Wettbewerb «Low-Cost-Furniture Design» des Museum of Modern Art in New York gewann. Auch die Entwürfe zur bekannten «Univers Schrift», die der Schweizer Typograf Adrian Frutiger in den 1950er Jahren entwarf, können bestaunt werden. Die Schrift ist auf den Schildern der Schweizer Autobahnen zu sehen und wird von Apple, Swiss und Siemens verwendet.

 

Ein Glücksfall für Zürich

Ein architektonisches Highlight ist die Kaskade, die durch das gesamte Gebäude verläuft. Sie führt gerade aufsteigend zu den verschiedenen Ebenen. Dort finden sich zum Beispiel die Tanzsäle der Ballettstudenten oder einen Orgelraum, der an die Hauskappelle eines Fantasy-Schlosses erinnert. Zuoberst angekommen bietet der Turm der ZHdK einen wunderbaren Ausblick über das neue Quartier im Westen Zürichs.

Beim Runterlaufen kann man die grosse Rampe nehmen, die sich halbkreisförmig an der hinteren Gebäudeseite entlang windet. Sie diente früher als Zufahrt in das Parkhaus und evoziert heute die Fantasie einer hauseigenen Schlittelpiste.

Zurück am Eingang des Gebäudes warten Architekturstudenten der ETH mit Fragebögen und wollen wissen, wie man das Quartier und den neuen Bau einschätzt. Das neue Toni-Areal sei ein Glücksfall, sagen die Architekten, die das Gebäude entworfen haben. Dem ist nach dem ersten Augenschein zuzustimmen – die neue ZHdK wirkt faszinierend und lebendig.

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