Das Streitobjekt: Mikrowelle. (Bild: Sabrina Peterer)

Duell: Mikrowelle

in Campus von

Johannes Luther (Dafür), Andrea Cattani (Dagegen)

Fluch oder Segen?

Dafür

Die Mikrowelle ist der beste Freund des Menschen. Böse Zungen behaupten zwar, dass sie eine tödliche Erfindung sei, und verweisen dabei gerne auf die Geschichte der alten Dame, die ihren Dackel in die Mikrowelle steckte. Der moderne Studi sollte sich von dieser Legende nicht abschrecken lassen. Die Mikrowelle ist nämlich ein Segen für Mensch und Tier. Sie ist schnell, simpel und sauber.
Kein Ofen erwärmt das Essen so schnell wie die Mikrowelle. Wer völlig ermattet nach Hause kommt, will seine kostbare Zeit nicht mit so etwas Langwierigem wie Kochen verbringen. Tupperdose auf, Inhalt in den elektrischen Ofen, und nach drei Minuten isst man genauso gut wie nach einer Stunde Kampf mit der Küche.
Ein weiterer Vorteil der Mikrowelle: Jeder Idiot kann sie bedienen. Vorbei sind die Zeiten, in denen unvorsichtige Singlemänner mit ihrem Gasherd einen Flächenbrand auslösten. Ein Knopfdruck, und der Hunger ist gegessen. Simpler geht es wirklich nicht mehr.
Zudem ist die Mikrowelle sauber. Ein paar Minuten in der Mikrowelle reichen, um sämtliche Bakterien und Keime auf einem Putzlappen abzutöten. Und was einen Putzlappen reinigt, kann auch für die Nahrung nicht so schädlich sein. Und wenn man seine Haustiere schon in der Mikrowelle töten muss: Keimfrei ist es allemal.

 

Dagegen

Die Mikrowelle – ein Küchenutensil, das einen Spitzenplatz im Sündenregister der modernen Elektroküchengeräte verdient. Sie gehört in die selbe Kategorie wie Früchtepürierer, Brotschneidemaschinen und all die anderen Alleskönner aus dem Hause Media-Shop. Folgende zwei gewichtige Gründe sprechen gegen die Anschaffung dieser angeblich revolutionären Alltagshilfe:
1. Die Ästhetik: Beim Betreten einer Küche beleidigt das scheusslich klobige Ungeheuer in Quaderform auf Anhieb das Auge. Dabei erinnern gewisse Modelle mit besonders billig verarbeiteten Knöpfen und Anzeigeflächen eher an einen Fernsehapparat aus den Siebzigern als an eine zeitgenössische Erfindung für die Küche. Sind dann noch die Aussenwände und die Glasscheibe mit verkrusteten Saucenspritzern befleckt, ist auch bei stilresistenten Mitmenschen die Schmerzgrenze erreicht.
2. Das Sozialleben: Der allgemeine Wertezerfall wird durch die Mikrowelle ähnlich beschleunigt wie die Bewegung von Wasserteilchen unter elektromagnetischer Bestrahlung. Die einst gemeinsam verbrachte Zeit in der Küche wird heute als Last empfunden. Dabei gäbe es gerade beim Kochen mit Freunden Tiefgründiges zu erfahren. Nicht so, wenn man allein 90 Sekunden auf sein Mahl wartet.
Wer etwas auf sich und sein Sozialleben hält und nicht das Etikett des faulen, unkultivierten Dosenravioliessers angehängt bekommen will, verzichtet auf die Mikrowelle.

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1 Comment

  1. Wenn man doch etwas aus der Tupperware nehmen kann, um es durch die Mikrowelle geniessbar warm zu machen, muss doch ein Kochen vorausgesetzt sein. Denn wer füllte die Tupperware, wenn nicht man selbst? Demnach finde ich es übertrieben von einem „allgemeinen Wertezerfall“ zu sprechen, nur weil man dank Mikrowelle nicht jeden Tag von neuem kochen muss.
    UND, wer schon was gegen Mikrowelle hat, der sollte auch gegen jegliche Take-aways, Restaurants usw. haben. Da kocht man doch auch nicht….

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