Waltraud ging zum Abschluss nochmals ins Kino. Es hat ihr sehr gefallen! (Bild: Patrice Siegrist)

Götterdämmerung im All

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Waltraud testet zum Abschluss noch Laura Hugs Kulturtipp: «Iron Sky».

Bange sitzt Waltraud im gefüllten Saal 1 des Kinos Riffraff. Kaum ist die Werbung überstanden, gehts auch schon los.
Zwei amerikanische Astronauten landen auf dem Mond. Der eine entdeckt eine Stadt mit einem grossen Hakenkreuz-Gebäude als Mittelpunkt und wird erschossen. Den zweiten, schwarzen Astronauten nehmen vier böse Typen mit Gasmasken gefangen und darauf wird er vom fiesen deutschen Wissenschaftler «albinisiert».
Des Weiteren braucht das Raumschiff «Götterdämmerung» für den Endsieg die Energie von mehreren Handys. Der Mondführer gibt deshalb dem SS-Offizier Adler den Auftrag, auf die Erde zu fliegen, um weitere zu holen.
So weit, so gut. Doch worum geht es eigentlich? Der Plot ist schnell erklärt: Nazis verstecken sich seit dem 2. Weltkrieg auf der dunklen Seite des Mondes und rüsten sich für den Endsieg. Auf der Erde bangt eine US-Präsidentin um ihre Wiederwahl. Ihr kommt die bevorstehende Invasion gerade recht. Sie glaubt zu wissen, dass alle Präsidenten, die einen Krieg beginnen, wiedergewählt werden, und bereitet deshalb den Gegenangriff vor. Die erste halbe Stunde bleibt Waltraud vor lauter Skurrilität die Spucke weg. Trotzdem fühlt sie sich gut unterhalten. Nachdem das Raumschiff «George W. Bush» vorgestellt wurde und die US-Präsidentin – ein Sarah Palin-Look-alike – von Alliierten Unterstützung im Krieg gegen die Mondnazis bekommt, bricht die Spannung ab. Der Bösewicht stirbt mit einem Schuh im Kopf und der albinisierte Astronaut verliebt sich in eine bekehrte Nazi-Lehrerin. Zum Schluss bricht auf der Erde Krieg aus, weil sich alle den Mond-Rohstoff Helium 3 unter den Nagel reissen wollen.
Waltraud geht mit gemischten Gefühlen aus dem Kino. Einerseits war der Beginn des Films erfrischend unterhaltsam. Andererseits bedauert sie, dass die Macher von «Iron Sky» nicht den Mut hatten, die bitterböse Nazi-Satire bis zum Schluss durchzuziehen. Trotzdem: ein gelungener Abend für die Trash-affine Waltraud.

 

Waltraud hat mit «Iron Sky» ihren letzten Kulturtipp getestet. Die ZS-Redaktion nimmt trotzdem jederzeit gerne Hinweise entgegen.
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