Illustration: Jan Gollob

Interdisziplinäres

in Campus von

Obsthistorische Mythenforschung

Kurz nach dem Erscheinen von Peter von Matts neuem Buch, in dem Wilhelm Tells Apfelschuss zum wiederholten Male von einem linken Intellektuellen als Mythos bezeichnet wird, hat ein interdisziplinäres Team von Mythenforschern, Obstwissenschaftlern und Traumdeutern die sensationelle Entdeckung von Tells Traumtagebüchern publik gemacht.
Zum Leidwesen aller ewigen Zweifler legen die in etwas holzigem Mittelhochdeutsch verfassten Notizen («Mir hat gtraumet der walterli sach ûs als ein öpffel») nicht nur die Historizität des Apfelschusses nahe, sondern zeigen auch, dass der arme Tell noch lange nach dem geschichtsträchtigen Abend in Altdorf an grauenvollen Alpträumen litt. Die Autoren des Berichts sind überzeugt, dass erst dank dieser neuen Quellen das Ausmass des Leidens abgeschätzt werden kann, welches Tell für sein Vaterland auf sich nahm.
Indes sind auch bereits Tiefenpsychologen an die Traumprotokolle gelangt und zeichnen ein weit weniger berauschendes Bild des Urvaters der Eidgenossen; dass Tell seine Armbrust überall dabeihatte und dieselbe (ein eindeutiges Phallus-Symbol) im Traum immer äusserst prächtig geschildert wird, weise deutlich auf einen ausgereiften Kompensations-Kastrationsangst-Komplex hin.
Diachrone Linguisten wiederum haben nun eine etymologische Erklärung für den helvetischen Mundartausdruck «bireweich» an der Hand (siehe die Habsburger im Traum). Zuletzt zeigt sich der Schweizerische Obstverband äusserst zufrieden. Bereits hat er einen neuen Werbespot in Auftrag gegeben mit dem Slogan: «Schwiizerfrücht, ich weiss, werum – wägem Täll».

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