Unser Milkovski

Kinderkram

von

Milkovskis Musik

Kinderkram — Eins ist klar: Die Liars haben
nicht alle Tassen im Schrank. Anfangs der 2000er surften sie noch auf der New Yorker Dancepunk-Welle. Nachdem sie sich eines Gitarristen entledigt hatten, vertonten sie musikalisch eine Walpurgisnacht; inklusive Hexensabbat. In Berlin spielten sie ein Konzeptalbum ein, das von einem Berg und einer Trommel handelt. Das klingt zuweilen, als würde ein Schlagzeug einen Wasserfall runterfliessen. Man kann die Liars nicht ganz ernst  nehmen – wie übermütige Kinder. Das macht sie aber ganz sympathisch und ihre Alben sind viel­seitig und niemals langweilig. Wenn Bariton Angus Andrew seine Mantras singt oder wie zu Beginn des neusten Albums dazu auffordert, sein Gesicht zu essen, klingt das zwar ein wenig nach Drogenpsychose, aber Drogenmusik ist ja auch ein Genre. Ihr siebtes Album «Mess» ist wie schon der letzte Output «WIXIW» sehr elektronisch. Die Drums sind zwar im Rock verwurzelt, anstatt Gitarren sägen aber Synthesizer vor sich her. Gegen Schluss des Al­bums werden die Rhythmen dezenter, um in den letzten beiden Songs blossen Klangflächen und Störgeräuschen Platz zu machen. Das ist nichts für Stromlinienliebhaber, die kindliche Naivität und der verstörende Humor sprechen aber all jenen aus dem Herzen, die früher auf dem Pausenhof immer alleine unterwegs waren.

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