Klangbad für Aufmerksame

in Campus von

Lange haben «Len Sander» an ihrem Debutalbum «Phantom Garden» gebastelt. Morgen Freitag taufen sie ihr Werk nun endlich im Stall 6.

Heute muss ja alles schnell gehen. Die Trends von heute lesen sich nächste Woche in der «Out»-Kolumne vom Friday-Magazin. Da stimmt es wohlig, dass es noch Bands mit Geduld gibt, die sich Zeit lassen und nicht von eintägigen Trends durch den kreativen Prozess gehetzt werden. Len Sander ist so eine Band: fast drei Jahre haben die sechs Musiker aus Zürich und Umgebung an ihrem Debüt «Phantom Garden» geschliffen, gefeilt und gebastelt. Doch das Warten hat sich gelohnt.

Ihr Sound hat seine Wurzeln immer noch unverkennbar im Trip Hop aus Bristol. Ein etwas modernerer Anhaltspunkt wären London Grammar, allerdings nicht ganz so verschleppt und mit viel mehr Klängen aus allen Ecken angereichert. Schwermut und Introspektion dominieren die Songs und Texte. Ihr Rückgrat bilden meist stotternde Drums und dezente Basslinien. Kein Instrument drängt sich vors andere. Die Synthesizer wachsen zu bedrohlich pulsierenden Nebelschwaden, hinter denen gezupfte Gitarrenlinien auftauchen. Während sich die Arrangements weiter verdichten, wähnt man sich plötzlich kurz vorm Urschrei, bevor die Band im letzten Moment gekonnt auf die Bremse tritt.

Dieses clevere Spiel mit der Dynamik hat die Band für ihr Baby «Phantom Garden» perfektioniert. Das fühlt sich an, als stiege man an einem kühlen Frühlingsabend in die warme Badewanne. Am Freitag führen sie das neue Werk nun – endlich – erstmals live im Stall 6 auf. Uneingeschränkte Empfehlung für Aufmerksame, die sich gerne in Klangteppiche aus elektronischer Melancholie einhüllen lassen.

 

Len Sander – Phantom Garden

Plattentaufe:

Freitag, 6. März, 21 Uhr

Stall 6, Gessnerallee, Zürich

www.lensander.com

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