Simeon Milkovski. (Bild: ZS)

Milkovskis Musik

von

Soundtrack zum Stroboskopgewitter

Klingt wie halb vier Uhr morgens in der Disco. Daniel Avery ist ein Jungspund aus Bourne­­mouth (UK), der sich letztes Jahr als Quasi-Resident im Londoner Fabric Club einen Namen gemacht hat. Von Andrew Weatherall in den Himmel gelobt, fand Avery auf Erol Alkans Label Phantasy Sound eine Heimat. Sein Debut­album Drone Logic ist nun seit gut einem Monat in den Plattenläden. Auf der Insel sind die Kri­tiker höflich begeistert, aber auf dem Festland scheint Avery kaum Auf­sehen zu erregen. Warum? Während von Berlin her seit einigen Jahren mini­malster Skelett-House die Clubmassen entzückt, haut Drone Logic voll auf die Zwölf. Avery ist kein Mann der grossen Gesten. Ohne viel Schnick­schnack stampfen die simplen Beats vor sich hin. Hauptdarsteller sind die Synthesizer: Manisch pulsierende Basslinien, gefilterte Lärmflächen und wuchtige Weltall-Melodien lassen Erinnerungen an Big-Beat-Exponenten der Neun-ziger aufkommen. Chemical Brothers, anyone? Subtilität wird aus dem Fenster geschmissen und macht euphorisierendem, elektronischem Krach Platz. Die Vorabsingle Water Jump und das Titelstück Drone Logic ragen aus der Masse hervor. Aber die Beine zucken während der ganzen sechzig Minuten unkontrolliert vor sich hin. Auf Albumlänge etwas zu anstrengend, intelligent dosiert jedoch eine Geheimwaffe für alle Küchen-DJs.

 

Daniel Avery: Drone Logic, Oktober 2013, Phantasy Sound.

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Neuestes von Campus

Gehe nach Oben