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Der neue Bibliothekar. (Bild: Marco Rosasco)

Robothek

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Maschinen ersetzen Menschen, auch in der Zentralbibliothek (ZB) Zürich.

Die Ausleihe ist besonders einfach. Die Legi unter den Scanner halten und das Buch in den markierten Bereich auf der Tischplatte legen, Quittung ausdrucken und fertig. Bis zu fünf Medien können mit einem Klick ausgeliehen werden. Der Rückgabeautomat nimmt nur ein Buch aufs Mal entgegen. Dazu scannt man wieder die Legi, dann öffnet sich eine kleine Box, man legt die Medien nacheinander hinein. An den Bildschirmen kann man auch überprüfen, ob man ein Buch schon zu lange zuhause hat.

 

Rückgabe 24/7

Die grösste Neuerung ist der Rückgabeautomat an der Chorgasse. Er ist in die Mauern der ZB eingebaut und steht rund um die Uhr zur Verfügung. Studierende können also auch auf dem Weg zur Party ihre Bücher zurückbringen. Damit der Automat vom Ausgehvolk im Niederdörfli nicht ramponiert wird, schützt ihn ein Sicherheitsglas. Erst nachdem die Legi oder der Bibliotheksausweis gescannt worden ist, öffnet sich das Glas. Der Rückgabeautomat sortiert die Bücher umgehend in verschiedene Genres. Das Personal kann so die Bücher rascher zurückstellen. Für die Ausleihe und Rückgabe braucht die ZB kein Personal mehr. Christian Oesterheld, Chefbibliothekar Benutzung der ZB, versichert der ZS: «Es werden keine Stellen gestrichen. Die ZB kann sich nun mehr auf den Service konzentrieren. Das Personal an den Schaltern hat mehr Kapazität für Beratung und Information.» Die Umstellung auf das neue System dauerte zwei Jahre. Rund 1,6 Millionen Medien mussten mit Funketiketten, sogenannten Transpondern, ausgestattet werden. Die Teams dazu wurden ständig ausgewechselt «um unsere Mitarbeitenden von einer eher eintönigen Routinearbeit zu entlasten», so Oesterheld. Das ganze Projekt kostete rund 1,45 Millionen Franken.

 

Funktechnologie in der ZB

Möglich ist diese Robotisierung der Bibliothek dank der Radiofrequenzidentifikations-Technologie (RFID). Die Funkwellen ermöglichen einen automatischen und berührungslosen Signalaustausch zwischen dem Lesegerät und den Funk­etiketten an den Medien. In der ZB stehen neu auch Sicherungsschranken, die diese RFID-Etiketten lesen können. Versucht jemand ein Buch aus der ZB zu klauen, schlägt das System Alarm, ein lautes Pfeifen ertönt. Beim Eingang zum Lesesaal und in den Türrahmen des Rückgaberaums sind solche Sicherheitsschranken eingebaut.
Mithilfe des RFID-Systems gäbe es eine Möglichkeit, dass die Bibliotheken in der Schweiz besser zusammenarbeiten. So könnte man ein Buch bei der ZB ausleihen und in einer anderen Bibliothek zurückbringen. Allerdings fährt momentan jede Bibliothek ihren eigenen Kurs. So haben auch die Pestalozzi-Bibliotheken erst kürzlich auf das RFID-System umgestellt, aber mit einer anderen Codierungsart. Die Empfänger können die Funketiketten des anderen Codes nicht lesen.

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