(Bild: zvg)

Savages

von

Konzert

Ende der Siebziger, Grossraum New York: Nach Punk, der kreischend und kotzend die Berührungsängstlichen in die Flucht geschlagen hatte, entstand der Postpunk, gespielt von Bands wie Siouxsie and the Banshees oder Joy Division. In dunklen Kellergemäuern tanzten Jugendliche zum Sound verzerrter Gitarren und Analogsynthesizern die elterlichen Ideale in den Boden. Die Singenden waren oft schwarz gekleidet und bellten sich, vornehmlich morbid und düster-sexuell, ihren Frust von der Seele.
Postpunk ist spätestens seit The Strokes wieder im kollektiven Hörerbewusstsein angekommen. Doch die Zweitausender sind nichts für Puristen – die Genres fliessen ineinander und werden entwurzelt. Genau da springen die blutjungen Savages aus London in die Bresche. Selbst vom notorisch skeptischen Webmagazin Pitchfork als Hoffnungsträger 2013 gehypt, stampfen die vier Frauen im wütenden Viervierteltakt zu ihren schwer verdaulichen, aber erstaunlich tanzbaren Songs, als wäre es 1977. Der Auftritt der Band gegen aussen ist streng durchgeplant, auf ihrer Website fordern sie in einer Art Manifest die animalischen Instinkte des Hörers heraus. Die androgyne Frontfrau Jehnny Beth stöhnt sich durch die Oktaven und hämmert dem leicht schockierten Zuhörer ihre Gedanken ins Ohr, derweil ihre Kolleginnen für das nötige Hintergrunddonnern sorgen. Im kleinen Kinski werden die vier Frauen ihr intensives Theater aufführen. Schlagzeug, Bass, Gitarre, Geheul und vermutlich ordentlich Kunstnebel werden für ein kathartisches Spektakel sorgen, während dem sich das Publikum ordentlich ausschwitzen darf. Anspieltipps für Interessierte: Husbands und She Will. Das Debut-Album Silence Yourself erscheint am
7. Mai.

 

Wann: 20.05.2013
Wo: Kinski
Eintritt: 26 Franken

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Neuestes von Campus

Gehe nach Oben