Schnipselseite

von

In dieser Ausgabe mit keinem Lori-Affen und Tipps zum Garten, Steuern und Fahrstühlen.

Geschehen

Mitten in der Vorlesung öffnet sich die Tür, und eine Frau betritt den Saal. Langsam steigt sie die Treppe hoch, schaut mit zusammengekniffenen Augen in die Menge, als würde sie den letzten Sitzplatz in der überfüllten Steuerrechtsvorlesung suchen. Die erfolglose Suche beendend, steigt sie die Treppe wieder herunter, doch statt den Saal zu verlassen, baut sie sich vor dem verdutzten Professor auf und ruft: «Haben Sie ihre Steuern bezahlt?» Auf ein kurzes Schweigen folgt vom Professor persönlich: «Ja, sogar im Voraus, dann bekommt man 2 Prozent Zins!» – und dann fröhliches Gelächter im Saal. Die Dame dreht sich um, winkt der erquickten Masse Studierender zu und ruft: «Zahlen Sie ihre Steuern – für mich! Bis zum nächsten Mal!» Unter dem Applaus der Anwesenden verlässt sie den Saal. Wir hoffen auf weitere Besuche!

Gesagt

«Ich bin auch kein Lori-Affe»
lic. phil. Loris Russi ist Dozent am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung an der Universität Zürich.

Gewusst

Die Lifte im Hauptgebäude kommen schneller, wenn man verlangt, nach unten zu fahren. Der Fahrt nach oben steht dann trotzdem nichts im Wege.

Gefragt

Herr Professor Hörtensteiner, verbrennen meine Pflanzen, wenn ich sie bei Mittagssonne giesse?
Der bekannte Rat, Pflanzen nicht in der grössten Mittagshitze zu giessen, wird wohl von den meisten (Hobby-) Gärtnern tatsächlich in der Annahme befolgt, dass Pflanzen und dabei speziell die Blätter verbrennen könnten. Als Erklärung hat sich die Vorstellung festgesetzt, dass auf den Blättern zurückbleibende Wassertröpfchen wie Brenngläser wirken und dadurch das Blattgewebe schädigen. Stimmt dies tatsächlich oder handelt es sich nur um einen weitverbreiteten Mythos? Eine kürzlich von Physikern publizierte wissenschaftliche Arbeit kommt zum Ergebnis, dass es ausser bei einigen Pflanzen mit stark behaarten Blättern zu keinen Schädigungen kommt. Dies, weil aufgrund der biophysikalischen Eigenschaften der Blattoberfläche solche Wassertröpfchen derart gewölbt sind, dass das Licht ausserhalb des Blattes gebündelt wird. Bezüglich des Verbrennens kann also Entwarnung gegeben werden. Giessen während der Mittagshitze ist trotzdem nicht sinnvoll, weil Pflanzen nämlich in der Mittagszeit Wasser nur wenig effizient aufnehmen können, in der Folge also ein grösserer Teil des Giesswassers ungenutzt verdunstet. Fazit: Möchten Sie das Beste für Ihre Pflanzen und gleichzeitig das benötigte Wasser möglichst ökonomisch nutzen, dann giessen Sie morgens oder abends.
Daniel Hörtensteiner ist Professor am Institut für Pflanzenbiologie der Universität Zürich.

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