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Theisohns Sci-Fi-Tipp: Star Maker

in Campus von

Prof. Dr. Philipp Theisohn

thysson kolumneStar Maker — Irgendwo in der Nähe von London steht eines Nachts ein Mann auf einem Hügel und grübelt über den Zustand seines Ehelebens nach. Plötzlich sieht er die Erde unter sich verschwinden – und damit beginnt eines der spannen­d­sten literarischen Experimente des 20. Jahrhunderts. Olaf Stapledons «Star Maker», ein in jeder Hinsicht epochemachender Roman, entführt kurzerhand die Seele seines Erzäh­lers, um sie in die entferntesten Winkel der Galaxis reisen zu lassen. Im Zeitraffer verfolgt sie den Aufstieg und Niedergang unterschiedlichster planetarischer Zivilisationen und bildet sich dabei nach und nach zu einem kosmischen Bewusstsein aus, dem der Leser mit wachsender Verblüffung gegenübersteht.
Als einer der ersten fiktionalen Texte, die Hubbles These vom «expanding universe» ver­ar­beiten und nicht nur naturwissenschaftlich, sondern auch kulturtheoretisch reflektieren, avanciert «Star Maker» zur Bibel der modernen Alienphantasie. Hier entsteht das Universum, das wir aus dem Gol­den Age der Science Fiction, aus Amazing Stories und aus Hollywood ken­nen: Neben den «other men», deren Zivilisation sich auf den Geruchssinn gründet, finden sich bei Stapledon unter anderem etwa Nautiloiden (Schiffartige), duale Rassen, Kompositwesen oder auch Pflanzenmenschen ein. Diesseits aller exotistischen Faszination aber steht hier am Ende das Nachdenken über die Verfasstheit un­serer eigenen Spezies – und die Frage nach dem­jenigen, der dieses kosmische Schauspiel eigentlich zu verantworten hat.

 

Olaf Stapledon:
Star Maker (1937)

 

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