Bild: Martina Barisic

These: Jenseits von «Erasmus-Orgasmus»

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Bei akademischer Mobilität denken wir vor allem an feuchtfröhliche Austauschsemester in Berlin und nette Praktika in New York. Dass die Erasmus-Party bald vorbei sein könnte, war denn auch die grösste Sorge vieler Studierender, als die Masseneinwanderungsinitiative angenommen wurde. Manchen fiel gar ein Stein vom Herzen, weil ihnen in Zukunft weniger «exzellente Ausländer» auf der Karriereleiter im Weg stehen werden.

Internationalität heisst aber nicht nur, in einer fremden Grossstadt den CV aufzupimpen. Bei Bildungsmigration geht es um existenzielle Fragen – und darum, welche Verantwortung Schweizer Universitäten in der internationalen Bildungslandschaft übernehmen. Akademikerinnen und Akademiker aus Griechenland oder Spanien verlassen ihr Zuhause, um hier eine bessere Perspektive zu haben. Auch Menschen aus Kriegsgebieten finden den Weg an Schweizer Universitäten. Was aber, wenn ihre Zeugnisse hier plötzlich nichts mehr wert sind? Was, wenn sie nach einem Studium in der Schweiz zwar einen Job hätten, die nötige Aufenthaltsbewilligung aber ausbleibt? 

Die Schweizer Hochschulen senden ambivalente Signale. Um der Konkurrenz auf dem globalen Bildungsmarkt gewachsen zu sein, werden die brillantesten Köpfe gesucht – unabhängig von ihrer Herkunft. Gleichzeitig scheint aber der «inländische» Nachwuchs förderungs-würdiger zu sein. Vor kurzem hat ETH-Präsident Guzzella verkündet, dass Flüchtlinge einfacher zum Studium zugelassen werden sollen. Es ist zu hoffen, dass dieser Schritt nicht nur Symbolpolitik ist – und weitere folgen.

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