Unser Kampf

von

Valentin Rubin

Wenn einer direkt und kontrovers ist, dann er. Der deutsch-türkische Kabarettist Serdar Somuncu beehrt Zürich am 13. Mai mit einem Besuch im Rahmen seiner «H2 Universe – Die Machtergreifung»-Tour.

Der Titel ist bewusst an Adolf Hitlers Aktion im Jahr 1933 angelehnt, allerdings will Somuncu auf keinen Fall das Gleiche tun wie der deutsche Diktator. Es geht um mehr. «Es geht tatsächlich um die Machtübernahme der hassistischen Bewegung und die Einführung einer monoklonalen Theokra-tur», heisst es auf seiner Website.

Was das genau heisst, lässt sich nur vermuten. Wenn Somuncu seiner Tradition treu bleibt, wird man sich auf theatralische Hassreden, haufenweise Beleidigungen, zuweilen gar wildes Geschrei einstellen müssen. Denn: «Kabarett muss ein Schlag in die Fresse sein, muss wehtun, muss zumindest vulgärer, brutaler, ehrlicher sein als all das, was uns umgibt, was wir tagtäglich im Fernsehen sehen.» Somuncu ist einer von nur ganz Wenigen, die sich mit einer solchen Vorstellung an Kabarett heranwagten. Damit füllt er Hallen. 

Früher lockte der Kabarettist die Zuschauer mit Hitler selbst an. 250’000 Zuschauer besuchten seine Show «Tagebuch eines Massenmörders – Mein Kampf», in der er Auszüge aus Hitlers Kampfschrift vortrug. Bei den fast 1500 Auftritten setzte sich Somuncu mit den absurden Gedanken und den unzureichenden Deutschkenntnissen des «Führers» auseinander. Das brachte ihm Morddrohungen ein, zeitweise konnte er nur unter Polizeischutz auftreten.

Dieses Mal steht nicht «Mein Kampf» im Zentrum der  Show. Somuncu will das Ganze ein wenig breiter anlegen, er will unsere von Political Correctness und Social Media gebeutelte Gesellschaft erlösen und mit moralischen Ansätzen über die Sensationsgier der öffentlich-rechtlichen Medien hinausgehen. Er sieht es als unseren Kampf an, sich dessen bewusst zu werden. Humor und Kontroverse sind vorprogrammiert, doch man soll gewarnt sein. Denn Somuncu selbst sagt über sein Programm: «Es wird flächendeckend beleidigt.»

 

Am 13. Mai live in Zürich (Volkshaus) und am 14. Mai in Basel (Stadt-Casino)

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