Der Weg an die Uni wird noch eine Weile mit Hindernissen gepflastert sein.

Ve-Ve-Velowäg!

von

Sharon Shaameli

 Mit dem Velo ist die Fahrt zur Uni ein Kampf gegen Autos und Baustellen. Der «Masterplan Velo» soll das ändern.

Ob als flinkes Haupttransportmittel, sportliches Hobby oder elegante Möglichkeit, nach der Vorlesung den Kopf auszulüften. Das Velo ist der treue Begleiter vieler Studierenden. In dieser Stadt haben es Velofahrende allerdings schwer: Obwohl das Thema in der rot-grünen Regierung wichtig ist, hinkt Zürich in Sachen Veloverkehr anderen Schweizer Städten hinterher. Wie eine Studie vor vier Jahren zeigte, legen die Einwohnerinnen und Einwohner gerade einmal sechs Prozent ihrer Wege auf dem Rad zurück.
Der «Masterplan Velo» soll das ändern. Das Tiefbauamt will, dass die Bevölkerung bis 2025 doppelt so viele Velokilometer zurücklegt wie 2011. Zudem soll ein durchgängiges Veloroutennetz von 150 Kilometern Länge realisiert werden. Ein Drittel dieser Strecken soll als «Komfortrouten» ungeübten Velofahrerinnen und -fahrern erleichtern, in den Stadtverkehr einzusteigen. Diese Wege führen an den grossen Autostrassen vorbei. Schätzungsweise 55 Millionen Franken lässt sich die Stadt das Vorhaben kosten; weitere zwölf Millionen Franken sollen in Prävention, Kommunikation und Schulung investiert werden. Doch was ändert sich für uns Studierende?

 

Rämistrasse als Knacknuss

Gerade die Strecken rund um die Universitätsgebäude sind schlecht ausgebaut. Zum Hauptgebäude gelangt man beispielsweise über das Bellevue oder das Central – beides sind komplizierte Verkehrsknotenpunkte. Zudem sind sowohl die Rämistrasse als auch die Haldenegg steil. «Die Topographie können wir natürlich nicht ändern», meint Projektleiter Urs Walter. Bereits ab nächstem Jahr sind aber Änderungen am Bellevue geplant. Zudem sollen die Velowege bis zum Heimplatz beim Kunsthaus verlängert werden.
Am wichtigsten dürften für Studierende die Arbeiten an der Tannen- und Universitätsstrasse sein, die das Uni-Zentrum mit dem Standort Irchel verbinden. Dort werden in etwa drei Jahren die Tramgleise ersetzt und die Einmündung in die Hauptstrasse verbessert. Vom Hauptbahnhof zum Irchel oder zur ETH Hönggerberg wird man weiterhin über den Bucheggplatz geleitet – dort stehen 2016 und 2017 Verbesserungen an. Am schnellsten geht es an der Scheuchzerstrasse voran. Die Kreuzung zur Irchelstrasse, die man auf dem Weg an den Irchel überqueren muss, wird noch dieses Jahr optimiert. Es sollte also bald möglich sein, mit dem Velo vom einen ans andere Unigebäude zu gelangen, ohne seine Sicherheit zu gefährden.

 

Präsenz an der Uni ab 2015

Nebst all diesen Anpassungen an den Velorouten ist auch ein automatisches Verleihsystem geplant, wie man es aus grösseren Städten wie Barcelona oder Paris kennt. Unter dem Titel «Mobilitätsmanagement» strebt das Tiefbauamt zudem die Zusammenarbeit mit den Hochschulen an. Konkrete Projekte stehen zwar noch nicht fest, sagt Walter. «Sicher werden wir aber mit diversen Aktionen und Informationen auf das Thema Velo aufmerksam machen».
Zu früh sollte man sich allerdings nicht freuen: Wie das Tiefbauamt auf Anfrage sagt, werden die Pläne rund um die Universitätsgebäude wohl nicht vor 2017 realisiert, und die Haldenegg lässt mit den Gleisarbeiten gar bis ins Jahr 2021 auf sich warten. Dies könne sich aber noch ändern, betont Walter. Bis es soweit ist, kann man sich immerhin auf dem
Veloroutenplaner der Stadt Zürich schlau machen – mit der kostenlosen App oder auf www.stadt-zuerich.ch/routenplaner.

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