Hirnforscher der Universität und ETH Zürich präsentieren ihre Erkenntnisse an der alljährlichen „Woche des Gehirns“ (Bild: brainfair-zurich.ch)

Von Nervenzellen und Robotern

in Campus von

Alice Mosberger

«Ich denke, also bin ich» behauptete schon René Descartes, doch wie wir denken ist bis heute ein zu weiten Teilen ungelöstes Rätsel geblieben. Hirnforscher der Universität und ETH Zürich sind diesem Rätsel auf der Spur und präsentieren ihre Erkenntnisse an der alljährlichen «Woche des Gehirns».

Bereits zum 13. Mal öffnete diesen Montag die BrainFair ihre Tore, um Studierenden, Schülern, Alumni und vor allem auch dem Rest der Bevölkerung das Gehirn und die Hirnforschung etwas näher zu bringen. Jedes Jahr widmen sich dabei die Neurowissenschaftler der Universität und der ETH Zürich eine Woche lang der Aufgabe, ihre Forschung einem breiten Publikum auf verständliche und spannende Weise zu vermitteln. Dabei werden aussergewöhnliche Einblicke in die faszinierende Welt des menschlichen Denkorgans gewährt und modernste biologische und medizinische Forschungsmethoden vorgestellt. Das Herz der BrainFair bildet wie jedes Jahr eine Ausstellung, an der mit viel Engagement Stände zum Erfahren, Ausprobieren, Spielen und Lernen aufgebaut sind. Und speziell in diesem Jahr lässt die Ausstellung viele interaktive Stationen erhoffen. Denn das Thema der BrainFair ist für einmal nicht nur das Gehirn allein, sondern «Gehirn und Technologie». Dabei wird ein Einblick in ein grosses Feld in den Neurowissenschaften und Neuroinformatik gewährt. Wie Herr Wolfgang Knecht, Leiter des Organisationskomitees, an der Eröffnungsvorlesung betonte, gehe es dabei zum einen um neue Technologien zur Erforschung des Gehirns – also mehrheitlich bildgebende Instrumente wie das Mikroskop, den MRI oder PET Scanner, wie sie uns auch im Krankenhaus zu Diagnosezwecken begegnen – aber auch um die Verknüpfung von Technologie und Nervengewebe. An der BrainFair werden deshalb scheinbar simple Errungenschaften wie das Cochlea-Implantat, was hörbehinderten Menschen die auditorische Wahrnehmung ermöglicht, sowie auch ausgefallene, an Science Fiction erinnernde, «Brain Machine Interfaces» vorgestellt. Neben den Ständen an der Ausstellung, an denen man sich und sein Gehirn auf die Probe stellen, sich an modernsten Rehabilitationsgeräten versuchen oder ein elektronisches Modell der Netzhaut des Auges bewundern kann, gibt es an der BrainFair auch zahlreiche Kurzvorträge und Podiumsdiskussionen, an welchen man einen einmaligen Einblick in die Hirnforschung in Zürich geboten bekommt.

Wer also erfahren möchte, wie das Gehirn Entscheidungen fällt und wie wir es dabei beobachten können, oder wie Roboter motorisches Lernen unterstützen und wie wir mit unseren Gedanken selber einen Roboter steuern können, der sollte sich diese Woche unbedingt auf der BrainFair sehen lassen.

 

Link zur Veranstaltung: www.brainfair-zurich.ch

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