Islands: Ski Mask, September 2013, Marqué Records. (Bild: PD)

Zu Architektur tanzen

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Schwanengesang.

Der kalifornische Songwriter Nicholas Thorburn hat sich vom Liebeskummer seines letzten Werks «A Sleep & A Forgetting» befreit.  Seine Band Islands ist nur ein Jahr später mit einer neuen LP am Start. Ski Mask sei ein «Dark Album» – voller Selbstzweifel und Gewissensbisse. Das merkt man allerdings nicht sofort, denn Thorburns düstere Lyrik ist in perfekten Pop gegossen. Früher unternahm der kanadische Musiker gelegentliche Ausflüge in die rauen Gefilde alternativen Hip Hops.

Heute spielt Thorburn mit Islands sehr klassischen, beatlesken Pop. Das Klavier ist meistens prominent platziert, die Gitarren leise gedreht, die Songs dauern gute drei Minuten. Gelegentlich wird auch im Chor «La La La» gesungen. Obwohl das nach kle­­­b­­­rigem Kitsch riecht, behaupte ich: Herzen, die zum Schluss von «Becoming The Gunship» nicht ein wenig aufgehen, sind aus Stein. Trotzdem schwingt eine Art frecher Trotz mit, wenn Thorburn in der ersten Zeile des Openers «Wave Forms» singt: «I won’t ride another wave, and I won’t write another word after today». Wenn Islands schon ihren eigenen Schwanengesang ansingen, dann soll er ihnen auch gegönnt sein – auch wenn Thorburn wohl kaum mit Musik abgeschlossen hat.

Das Album funktioniert nach eigener Erfahrung am besten sonntagnachmittags zum Auskatern oder dann samstagnachts zur Rückkehr in die eigenen vier Wände, zum letzten Bier. Perfekter Soundtrack zur Versöhnung mit dem letzten Absturz.

Islands: Ski Mask, September 2013, Marqué Records.

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