Amore #2/19

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Mein Block — Seit gefühlten fünf Minuten lebe ich nun in Zürich und masse mir an zu wissen, wo es sich am besten wohnt in dieser Stadt. Nein, es sind nicht die Kreise 4 oder 5. Ich habe den Kreis 9, Altstetten, zu meiner Hood erklärt.

Für viele lebe ich damit in «Kaffhausen», weil nicht im Zentrum. Wie oft habe ich schon die absurde Diskussion führen müssen, dass «Altstette jo scho no nice isch», aber einfach «zu wiit wäg vo allem». Die Langstrasse ist halt zehn Minuten mit dem Bus entfernt. Ok – zugegebenermassen ist man schon zwanzig Minuten unterwegs, wenn man zur Uni muss. Doch, scho no wiit.

Ich vermute ja, dass die hippen Kids an einer besonderen Form von FOMO leiden. Auf der Velofahrt zur Langstrasse könnten ja alle coolen Dinge gleichzeitig passieren und man wäre einfach nicht dabei.

Ich find’s geil, dass ich in der riesigen Migros am Lindenplatz aus etwa 15 Nudelsorten wählen kann und im Lädeli gegenüber frisches Gemüse und alle möglichen Spezialitäten aus dem Balkan im Regal finde. Die besten Döner habe ich hier gegessen. Ich kann mich bloss nicht entscheiden, ob ich den «Lindentreff» oder «Memo» besser finden soll. Etwa zehn Minuten zu Fuss vom
Lindenplatz ist das Kochareal, falls ich mal Bock auf einen Konzert- oder Kinoabend habe. Und wenn ich nach dem Usgang nach Hause will, gibt’s ja den Nachtbus. Aber was weiss ich schon. Ich bin ja eigentlich Baslerin.

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