Mehrere tausend Franken wert: paid Post auf Instagram (Bild: Screenshot).

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Neu gibt es eine Ausbildung für künftige Influencer. Was lernt man da?

Sie posieren neben teuren Autos, halten glückselig lächelnd ihren Smoothie in die Kamera oder schwärmen vom neuesten Detox-Tee – und werden dafür bezahlt. Skeptische Geister rümpfen darüber die Nase. Influencer, das sei kein richtiger Beruf. Sie bilden zwar die Ausnahme, aber Social-Media-Persönlickeiten wie «Bibis Beauty Palace» beweisen, dass mit Instagram und Youtube viel Geld verdient werden kann: Die deutsche Influencerin verdient für einen bezahlten Post bis zu 22’500 Euro. Auch in der Schweiz finden sich Bloggerinnen zum Beispiel die Modebloggerin Michèle Krüsi von «The Fashion Fraction» oder Fitness-Influencerin Anja Zeidler. Sie erreichen Tausende Menschen und sind daher attraktive Werbepartnerinnen für grosse Firmen.

Karriere ins Rollen bringen

Wer in der Schweiz nun den grossen Instagram-Idolen nacheifern will, muss sich seit diesem Jahr nicht mehr allein auf sein Können verlassen, sondern kann sich bei der Swiss Digital Influencer Academy ausbilden lassen.

Der Lehrgang für professionelle Influencer wird von dem Tochterunternehmen der Stiftung Schweizerischer Textakademie angeboten. Innerhalb von einem Jahr wird man für 4999 Franken ausgebildet. Bei Bedarf ist auch ein Aufenthalt in Davos, Berlin, Monaco und Mailand möglich. Die Swiss Digital Influencer Academy greift damit einen allgemeinen Trend auf. Einen Lehrgang zum Influencer gibt es bereits in Berlin und Mailand. Wieso brauchen Influencer jetzt eine Ausbildung? Es sind doch bereits heute genug ohne Abschlusszeugnis gross geworden.  Eigentlich reicht es, einen Social Media Account zu besitzen und diesen regelmässig zu bespielen, um die Karriere als Influencer ins Rollen zu bringen. Für die Attraktivität ist aber entscheidend, wieviele Menschen man erreicht: Nano-Influencer ist man bei bis zu 1000 Follower, Micro- Influencer von 1000 Followern an und Makro- Influencer ab 100’000 bis zu 1 Million, ab 1 Million darf man sich als Mega-Influencer bezeichnen.

Die Grundlagen beherrschen

Die Swiss Digital Influencer Academy sieht nutzt die Möglichkeit der Professionalisierung. Sie möchte, dass Unternehmen wissen, was sie für ihr Geld bekommen, wenn sie Influencer einstellen. Das ist die Werbung der Gegenwart. Doch wollen Unternehmen ihren Marketing-Erfolg nicht von Amateuren abhängig machen, die die Hälfte der Follower womöglich gekauft haben. Der Lehrgang soll Abhilfe schaffen.

Vergangenen Monat fand die Infoveranstaltung des Influencer-Lehrgangs statt. Von einem grossen Ansturm kann nicht die Rede sein, ein paar wenige, die sich offensichtlich im selben E-Mail-Verteiler befanden, haben sich dort eingefunden. Man erklärte, dass dieses Jahr die meisten den Lehrgang per Fernstudium absolvieren würden und man, weil die Idee und Umsetzung sehr kurzfristig zusammenkamen, auch nicht wirklich mit vielen Teilnehmern im ersten Jahr rechnen konnte. Die zwei Organisatoren der Infoveranstaltung, Franco Item und Peter Wolf, von dem die Idee zum Lehrgang stammte, sind überzeugt, dass sie mit ihrem Angebot den Nerv der Zeit treffen und Erfolg haben werden. Diejenigen, die eine Leidenschaft haben und sie teilen möchten, sollen das Werkzeug dazu bekommen. Wie Melanie Balasopulos, Dozentin bei Swiss Digital Influencer Academy und selbst Influencerin, in einem Interview mit der Sonntagszeitung sagt: «Wer Influencer werden will, muss die Grundlagen beherrschen: Er muss texten, fotografieren, filmen können.»

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