Lauschiger Platz unter der Hochbrücke neben der Limmat: das Triebguet (Bild: Anina Projer).

Badens Flussterrasse

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Das Kulturlokal Triebguet lädt zu Gratiskonzerten und lokalen Delikatessen ein. Ein Ausflug in die andere Limmatstadt.

Bei schönem Wetter kann man im Triebguet die Sonnenstrahlen geniessen und hört dabei das Plätschern der Limmat. Gleichzeitig hat man die schönste Aussicht auf die Altstadt von Baden mit der Holzbrücke und dem Kirchturm. Das Triebguet liegt zentral, doch vom Autolärm der Hochbrücke ist nichts zu hören. Perfekte Voraussetzungen, um sich mit einem kühlen Drink in einer unkomplizierten Atmosphäre zu entspannen. Da kann man sich den Eintritt ins Thermalbad sparen. Wer noch nie in Baden war, dem seien die Spezialitäten der Stadt, die auf der Karte des Restaurants zu finden sind, empfohlen. Das Triebguet serviert das Badener Bier «Müllerbräu» im Offenausschank, Käse der Badener Käserei Chäsegge und Wurstwaren der Badener Metzgerei Müller. Die Würste kann man gleich selber auf dem hauseigenen Grill braten.

Das Triebguet ist schon lange ein wichtiger Bestandteil der Badener Kulturszene. Im Jahr 2007 gründete es die Jugendarbeit Baden mit dem Ziel, einen Treffpunkt für Jugendliche zu schaffen. Jedoch musste die Leitung feststellen, dass sich ein älteres Publikum als geplant dort einfand. Daher entschloss sich die Stadt im Jahr 2012, das Triebguet in private Hände zu übergeben. So kam es, dass Michelle Huber und Michael Rohrbach das Triebguet übernahmen. Sie waren beide schon von Anfang an in den Betrieb des Triebguets involviert und führen es bis heute.

Konzerte ganz umsonst

Nicht nur Feinschmeckerinnen, sondern auch Musikliebhaberinnen kommen im Triebguet nicht zu kurz. Während der Sommersaison veranstaltet das Triebguet bis zu zehn Konzerte, die alle gratis sind. Das erste in diesem Jahr fand am 15. Mai statt. Die Band Mnevis aus dem Aargau trat auf. Bei den Musikerinnen und Musikern, die eingeladen werden, ist Huber die Frauenquote wichtig. «Ob eine Band oder eine Künstlerin ins Triebguet passt, ist zuletzt aber immer eine Bauchentscheidung. Es ist wichtig, den richtigen Mix zwischen einer lauten und einer leisen Band zu finden. Das Triebguetpublikum ist in diesem Aspekt anspruchsvoll», sagt Huber.

Kino und Nachhaltigkeit

Seit letztem Jahr ist das Triebguet Gastgeber des Cinema Sud Solarkino von Helvetas. Die nächste Veranstaltung findet am 11. August statt. Das Material für das Kino wird jeweils mit dem Fahrrad angeliefert. Die mobilen Solarpanels produzieren tagsüber Energie, die am Abend für das Kino genutzt wird. So einfach funktioniert ein umweltfreundliches Kino. Auch sonst sind Huber und Rohrbach Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit wichtig. Sie arbeiten daran, alle ihre Produkte durch regionale oder zumindest durch Schweizer Produkte zu ersetzen. Ihren Strom beziehen sie vom nahegelegenen Wasserkraftwerk, und die Strohhalme und das Grillbesteck sind aus biologisch abbaubarem Plastik. «Wir machen das nicht aufgrund eines Trends, sondern weil wir Verantwortung für unseren Planeten übernehmen wollen», so Huber.

Das Triebguet hat sogar eine eigene App. Damit ist man bestens ausgerüstet für einen Besuch, denn auf der Triebguet App findet sich das komplette Programm der Saison, der Standort sowie ein Glacépass. Besonders hilfreich ist, dass man nachschauen kann, ob die Frischluftbar geöffnet hat. Da sie ungedeckt ist, muss dies nämlich jeweils spontan entschieden werden. So steht einer «Badefahrt» ins Triebguet auch Stadtzürcherinnen nichts im Weg.

In der Ausgabe #3/19 wird durchgehend das generische Femininum verwendet. Anlass ist der nationale Frauenstreik vom 14. Juni, der Thema dieser Ausgabe ist.

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