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Bargeld, adieu!

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In den Uni- und ETH-Mensen kann man seit Mitte dieses Semesters kontaktlos bezahlen. Doch statt mit der Legi seine Rechnung begleichen zu können, muss man sich mit Apps rumschlagen.

Uni und ETH haben endlich mit anderen Hochschulen gleichgezogen und bargeldloses Zahlen in der Mensa eingeführt. Während es schon lange möglich war, sich zu etlichen Räumlichkeiten mittels kontaktlosem Legi-Wischen Zutritt zu verschaffen, konnte diese Magie scheinbar nicht auf den Zahlungsverkehr übertragen werden. Die ETH greift daher zu der von der Postfinance mächtig gepushten Lösung TWINT (obwohl man an den Druckern per Legi zahlen kann), die Uni setzt auf die Kartenterminals der SIX-Group, an denen man mit speziell ausgerüsteten Kredit- und EC-Karten zahlen kann.

Lahme Apps

Während das Zahlen mit Kreditkarte gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt – die Wartezeit wird verkürzt und das Geld-unter-Freunden-Leihen wird etwas weniger –, kämpft das TWINT-System an der ETH mit vielen Problemen: Es ist langsam, funktioniert per App und die App funktioniert nur mit Internet. Dementsprechend niedrig ist die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer auch noch eineinhalb Jahre nach Einführung. Und das trotz hochintensiver Bewerbung, was nicht nur an der ETH, sondern auch in COOP- und Migros-Supermärkten zu beobachten ist. Mitarbeitende der SV-Group berichten weiterhin, dass das Kassensystem mit der TWINT-App noch nicht ganz mithalten kann. Dies führt teilweise dazu, dass die gesamte Schlange aufgehalten wird.

Kompliziert statt einfach

Das NFC-Kartenlesegerät an der Uni ist dagegen im Vorteil. Zum einen muss man nicht erst umständlich eine App öffnen und zum andern funktioniert die Technologie ohne Internet – Kreditkarte reicht. Ein leerer Akku oder schlechter Empfang führen also nicht zu knurrenden Mägen. Es bleibt aber weiterhin rätselhaft, wieso das Bezahlen per Legi in Uni- und ETH-Mensen nicht möglich ist und auf private Anbieter ausgewichen werden musste. An beiden Universitäten ist die notwendige NFC-Technologie in die Legis eingebaut und die Legi muss an der Kasse nach wie vor gezeigt werden, da sonst ja jeder vorgeben könnte, immatrikuliert zu sein. Jetzt müssten nur noch Geld-Ladestationen aufgestellt werden und man hätte eine einfache, günstige und schnelle Lösung, um lästiges Bargeld an der Mensakasse zu vermeiden.

 

 

 

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