(Bild: zVg)

Berliner Musikpurismus

in Campus von

Lange ist es her, dass YouTube  vor allem dafür genutzt wurde, um Musik zu hören. Der neueste Clip von Shakira oder Eminem das grosse Gesprächsthema auf dem Pausenhof war. Heute tummeln sich dort eine Fülle an Beauty-Gurus, die einem beibringen wollen, wie man seine Augenringe richtig abdeckt, oder Gamer, denen man beim Videospielen zusehen kann, bis hin zu denjenigen, die mit Videos wie «Camouflaging myself into a chair» vier Millionen Menschen erreichen.

Es geht längst nicht mehr nur um Musik. YouTube ist zum Sammelbecken für angehende Influencer und für süsse Katzenvideos geworden. Aber unter ihnen, meist etwas verborgen und mit Suchaufwand verbunden, lassen sich noch immer echte Juwele der Musik finden. Ganze Kanäle, die sich nichts anderem widmen, als talentierten Sängern und Sängerinnen eine Plattform zu bieten. Verborgene Schätze in der schrillen, lauten YouTube-Welt.

Ein solcher Kanal ist «Colors», ein Musik-Studio mit Sitz in Berlin. Für sie liegt die Ästhetik in der Einfachheit. Meist nur ein silbernes Mikrophon, das von der Decke der Studiobox hängt. Die Wände, der Boden, unifarben. Mal azurblau, dann ocker, purpur oder pfirsichgelb. Die Farbpalette ist endlos, genau wie die Fülle an brillanten Künstlern und Künstlerinnen, die das grosse Publikum noch nicht erreicht haben. Das Studio «Colors» setzt genau diese so schlicht wie effektiv in Szene. «All colors, no genres» ist ihr Slogan.

Da ist die britische Rapperin Little Simz, die in einem blassgrauen Studio, ihre Trainerjacke farblich abgestimmt, Lines zu ihrem Song «Backseat» schmettert. Jackson Dyer, Indie-Sänger aus Berlin, haucht eine reduzierte Version von «Steal away» in das blitzende Mikrophon, ausgerüstet nur mit einer Gitarre und umgeben von einem sphärischen Korallrot.

«Besser als die Originalversion», steht oft unter den Videos von «A Colors Show». Die Musik der Künstlerinnen und Künstler ist ins Zentrum gerückt, keine wackelnden Hintern, teuren Karossen oder abgedrehten Tanzeinlagen. Kein Autotune, das das Musikerlebnis stören würde. Nur die Musizierenden, ihre Stimmen und manchmal Instrumente. Ein Hoffnungsschimmer am Ende des unendlichen Youtube-Morasts!

«A COLORS SHOW»: https://colors-studios.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Neuestes von Campus

Gehe nach Oben