Guten Appetit: Morgenessen in der Mensa. (Bild: Karina Gander)

Brunchen in der Mensa

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Die Mensa im Zentrum bekocht Studis nicht nur mittags und abends, sie veranstaltet auch Zmorge. Das lockt sogar am Samstag Gäste an die Universität.

Einmal im Monat kleidet sich die untere Mensa in pinke Tischmäntel, sodass brunchfreudige Studierende das Essen mal anders geniessen können. Die Atmosphäre ist samstags entspannter als normalerweise am Mittag unter der Woche. Ob es an den Dekorationen oder am Wochenende liegt, ist schwer zu sagen. Die Tische sind jedenfalls etwas freier als mittags unter der Woche, aber doch gut besetzt. Man sieht einige bekannte Gesichter und hört vermehrt Gespräche auf Englisch. Auch Familien mit ihren Kindern sind dabei, für die es extra eine Spielecke gibt. Ebenfalls entspannter sind die Gesichter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zürcher Frauenvereins (ZFV), die heute in einem etwas ruhigeren Tempo arbeiten dürfen.

Der Brunch

Am Eingang bezahlt man bar und bekommt ein blaues Band ums Handgelenk sowie einen Gutschein für ein Bier oder ein Glas Prosecco. Wer sich also am Brunch betrinken möchte, ist hier sicherlich falsch bedient. Weiter geht es dann zum eigentlichen Brunch, der grob umschrieben aus drei grossen Gängen besteht. Um den Magen feierlich einzustimmen, gibt es Frühstück mit allem, was das schweizerische Herz begehrt: Gipfeli, Konfitüre, süsses Gebäck, Birchermüesli und Aufschnitt. Als Hauptgang kann man mit einem klassischen amerikanischen Frühstück weiterfahren. Das ist dann aber schon die ganze Auswahl an warmen Speisen, ein sättigendes Mittagsmenu gibt es nicht.

Die Gesundheitsbewussten können die fettigen Pancakes und den Speck noch mit dem bekannten Mensasalat abrunden, der auch unter der Woche im Buffet serviert wird. Leider lässt aber das mickrige Getränkesortiment zu wünschen übrig: Obwohl die Kaffeemaschinen ohne Beschränkung zur Verfügung stehen, gibt es daneben nur langweiligen Orangensaft. Beim letzten Gang, den zuckersüssen Desserts, ist die Auswahl trotz dem etwas künstlich schmeckenden Cremepudding wieder besser.

Probieren geht über Studieren

Es ist eigentlich eine gute Sache, dass der ZFV an der Universität einen Brunch anbietet. Aber auch wenn die Mensa schicker gekleidet ist und die Atmosphäre etwas entspannter wirkt, ist es doch nicht so spektakulär wie anfangs erhofft. In Wirklichkeit ist es nicht gross anders als unter der Woche und Ausbaupotenzial gibt es an jeder erdenklichen Ecke: Beim Buffet fehlen beispielsweise Informationsschilder, die einem erklären, was man sich überhaupt so in den hungrigen Mund steckt.

Aber in der Regel geht niemand wegen der Atmosphäre an einen Uni-Brunch, sondern vielmehr für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, das definitiv auch stimmt. Für die mässigen Kosten von 17 Franken – oder 19 ohne Legi – kann man sich den Bauch vollschlagen, trotz des nicht allzu grossen Angebots. Aber aufgepasst: Der Brunch in der Mensa ist nicht für die Feinschmecker  und Gourmetspezialistinnen zu empfehlen, die wohl allgemein herzlich wenig von den kulinarischen Künsten des ZFV halten. Der Samstagmorgen an der Universität ist für diejenigen Menschen empfehlenswert, die auch sonst gerne in der Mensa essen.

Am 26. Mai findet der nächste Uni-Brunch statt, also legt die Lernmaterialien weg und schlemmt euch den Magen mit Konfitüre und Birchermüesli so richtig voll. Aber das Frühstück in der Mensa ist trotzdem nicht so speziell, dass sich ein monatlicher Besuch lohnt.

1 Comment

  1. Ein für mich sehr befremdlicher Artikel. Ich war selbst bereits ein Mal an diesem Brunch und war begeistert. Ein riesiges Angebot von Gebäck, mehr als 6 verschiedenen Kuchen, etwa 4 cremigen Desserts, einem riesigen Salatbuffet, belegten Broten (sogar mit Lachs), Früchten,Kartoffeln, Fischfilets, Rührei, Pancakes und Würstchen, und wahrscheinlich vielem mehr. Ein riesiges Angebot! Und dazu noch ein Glas Prosecco, für 17.- insgesamt. Andernorts hätte der Prosecco alleine 10.- gekostet. Klar, man sitzt in der Mensa, elegant ist das bestimmt nicht. Aber meiner Meinung nach hat der ZFV die Bedürfnisse der Studierenden mit diesem Angebot perfekt verstanden und zufriedenstellend umgesetzt. Dieser Artikel mutet meiner Meinung nach beinahe snobistisch an, sorry.

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