(Bild: zVg).

Comic aus dem Chreis Cheib

von

Magazin — Obwohl das Strapazin mit seiner eher kleinen Auflagenzahl kein Magazin ist, das an jedem Zeitungsstand geführt wird, begegnet man seinen Inhalten erstaunlich oft. Kleine quadratische Comic-Panels, die allerlei bewerben, lassen sich an Laternenpfählen, Fahrradrahmen und auf Laptops finden. Da die Illustrationen mit praktisch kompletter künstlerischer Freiheit konzipiert werden, passen solche Inserate – obwohl räumlich abgegrenzt – nahtlos ins Comic-Magazin hinein. Statt sich von herkömmlicher Werbung visuell verbiegen zu lassen, macht das Strapazin, ganz im avantgardistischen Stil, von dem es in vielen Aspekten geprägt ist, aus Werbung Kunst – nach eigenen Regeln.

Das vierteljährlich erscheinende Magazin bietet seit 36 Jahren eine Plattform für die nationale und internationale unabhängige Comicszene. Bisher wurden 138 Ausgaben publiziert, wobei in jeder ausschliesslich Erstveröffentlichungen und Erstübersetzungen verschiedenster Comic-Schaffender erschienen sind. Dabei kann ein Begriff, ein Genre, eine Arbeitsmethode oder, wie bei der jüngsten Ausgabe, eine Comic-Szene – in diesem Fall die argentinische – den Rahmen vorgeben. Die ausgewählten Themen sind immer möglichst gegenwartsrelevant und regen damit Comicschaffende an, kritische oder gar kontroverse Ideen in ihrem Medium zu thematisieren.

Dabei entsteht nicht nur inhaltliche, sondern auch visuelle Diversität. Zwischen klassischen Comicstrips mit viel Text in Sprechblasen und Werken, die ganz ohne Panels und Text auskommen und stattdessen mit viel Farbe und Formschönheit ihre Geschichte erzählen, lässt sich alles finden. Genauso divers sind auch die, die hinter den Comics stecken: Kunstschaffende mit verschiedensten Hintergründen beteiligen sich; etablierte Comiczeichner*innen mit langjähriger Erfahrung in der Szene teilen sich die papierne Bühne mit Jungtalenten, die sich ihren Namen erst noch machen müssen.

Das Strapazin hat sich somit mit all seinen Besonderheiten nicht nur in den tatsächlichen Nischen der Stadt, sondern auch in seiner ganz eigenen Nische einen Platz verdient.

Das Strapazin ist ca. 90 Seiten lang, kostet 12 Franken und gibt’s u.a. bei Analph oder Paranoia City.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Neuestes von Campus

Gehe nach Oben