Digitales Flickwerk

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Die Uni treibt es mit ihrem digitalen Angebot zu bunt. Es braucht eine übersichtliche Lösung.

Die Uni Zürich hat in den letzten Jahren mit neuen Apps und weiteren digitalen Produkten nur so um sich geworfen. Dies führte dazu, dass nun zig Applikationen für spezifische Zwecke zur Verfügung stehen: etwa das E-Learning-App «Mobler», das Notfall-App «SafeZone» oder auch der «Bibliotheksnavigator». Daneben gibt es aber auch das umfassende «UZH now», dessen Inhalte den ganzen Uni-Alltag abzudecken versprechen. Nützliche Informationen sind verstreut verpackt in diversen Applikationen. Praktisch oder benutzerfreundlich ist das nicht. Gerade deswegen reagieren viele Studierende kaum überrascht und eher genervt über neue digitale Produkte der Uni Zürich.

Änderung bei der Einschreibung

Zu allem digitalen Überfluss kommen jetzt noch Änderungen bei der Semestereinschreibung dazu. Seit dem 15. November müssen sich die Studierenden nicht mehr aktiv für das Semester einschreiben. Klingt merkwürdig, macht aber die Welt aller Studis wesentlich einfacher. Bis anhin mussten sich alle jeweils neu einschreiben und den Studiengang für das neue Semester bestätigen. Das auch dann, wenn sich nichts an der Wahl des Studiengangs änderte. Mit Hilfe des Studierendenportals wird das nun von der Kanzlei automatisch übernommen.

Da der Grossteil der Studierenden ihre Studienwahl ohnehin beibehält, bedeutet das für viele einen geringeren administrativen Aufwand. Lediglich zwei bis dreitausend Studierende nehmen jeweils einen Wechsel bei der Semestereinschreibung vor, so Sigrid Stöckli, Leiterin der Kanzlei.

Ein Portal für alles?

Beim Öffnen des Studierendenportals springen gleich die üblichen quadratischen Kacheln ins Auge, die sich nun aber vervielfacht haben. Beim Durchklicken sind dann auch ihre Funktionen zu erkennen: Neben der Semestereinschreibung kann man nämlich auch Änderungen der Adresse, des Namens oder der Nationalität eintragen. Anträge auf Urlaub und die Exmatrikulation sind ebenfalls über diese Seite möglich. Da nun die gesamte Studienadministration vereint ist, verringert sich der Aufwand der Studierendenschaft und auch jener der Kanzlei.

Das ist alles schön und recht, nur hat das Studierendenportal doch einen kleinen Schönheitsfehler: Bei einigen Kacheln wird man einfach weitergeleitet, so zum Beispiel auf die Seite von UZH Connect, wo eine weitere Anmeldung erforderlich ist.

Ein unfertiges Produkt?

Im Moment ist das Studierendenportal grösstenteils ein praktisches Produkt der Digitalisierung. Aber eben auch wieder eine zusätzliche App, wenn man sie denn so verwendet, die sich zu den anderen gesellt. Laut Sigrid Stöckli ist das Studierendenportal so noch nicht ganz fertig. Es sollen noch weitere Applikationen dazu kommen. Eventuell könnte gar die Modulbuchung über das Studierendenportal stattfinden. Die Frage stellt sich hier nun: Wie viele Zusatzapplikationen verträgt das Studierendenportal? Wird das Portal bald zu einem Riesenapparat, der am Ende noch unübersichtlicher ist als die bereits bestehenden Apps, die alle nur je eine kleine Portion an Informationen enthalten?

Ein Versuch wäre es allemal wert: Alternativen zu einem stabilen Modulbuchungstool oder zu übersichtlichen Applikationen sind bis jetzt noch keine vorhanden.

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