Einfach mal ins Ausland?

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Ein Semester in Helsinki, Amsterdam oder Tokyo verbringen? Was gut klingt, ist mit viel administrativem Aufwand verbunden.

Wer hat nicht auch schon mit dem Gedanken eines Auslandsemesters gespielt? Eine Teilnahme an einem der vielen Austauschprogramme der Universität Zürich ist nicht gleich ein Urlaubssemester, verspricht aber doch, aufregender als der tagtägliche Trott an der Heim-Uni zu sein. Kein Wunder, ist das Interesse unter Studierenden gross, verspricht doch der Flyer der Abteilung «Internationale Beziehungen» der Uni aspirierenden Austauschstudierenden unter anderem bessere Einstiegschancen im Arbeitsmarkt. Aber der Weg nach Helsinki, Amsterdam oder Tokyo verlangt Bewerbenden einiges an Durchhaltevermögen und vorausschauender Planung ab.

Quo vadis?

Als Erstes sollten sich Interessierte informieren, ob sie für einen Austausch überhaupt in Frage kommen. Denn je nach Austauschprogramm und Studienrichtung können andere Voraussetzungen gelten. So muss man bei den meisten Angeboten beispielsweise bereits zwei Semester oder zumindest alle entsprechenden Grundmodule in Zürich absolviert haben. Danach heisst es, sich zu überlegen, an welcher Universität man gerne ein oder zwei Austauschsemester absolvieren will. Zieht es einen auf einen anderen Kontinent, ist man mit weltweiten Abkommen oder dem International Student Exchange ISEP am besten bedient, innerhalb Europas mit  dem Swiss-European Mobility Programme SEMP. Dabei ist speziell zu beachten, dass es sowohl bei SEMP als auch bei weltweiten Abkommen jeweils gesamtuniversitäre sowie fachspezifische Abkommen gibt, für die jeweils individuelle Regeln gelten.

Zudem ist die Finanzierung je nach Austauschprogramm unterschiedlich. So erhalten etwa SEMP-Teilnehmende einen Zuschuss von 1600 Franken pro Semester zur Deckung der Reise- und Aufenthaltskosten, während man bei ISEP mit Kosten von rund 500 Franken für die Bewerbung sowie 5’500 Franken pro Semester rechnen muss. Dafür erhält man kostenlos Unterkunft und Mahlzeiten. Organisiert man seinen Austausch selbstständig, wird es teurer, da man in den meisten Fällen mit höheren Studiengebühren der Gastuniversität rechnen muss, für die man selbst aufkommen muss.

Papierkrieg

Weiss man, wohin man will, folgt der aufwändigste Prozess: die Bewerbung. Zumeist werden ein Motivationsschreiben, ein Sprachnachweis, der aktuelle Leistungs- sowie Immatrikulationsausweis sowie bei allen Organisationen eine Kopie des Passes und Passfoto verlangt. Für SEMP, fakultätsinterne und weltweite Abkommen sind alle geforderten Unterlagen beim Portal «Mobility Online» hochzuladen. Bei ISEP sind weitere Unterlagen wie eine provisorische Kursliste mit Vorschlägen zu den gewünschten Modulen, ein Empfehlungsschreiben und der Lebenslauf erst bei der Abteilung Internationale Beziehungen IRO per E-Mail einzureichen. Erst nach erfolgter IRO-Nomination kann man sich online bei ISEP bewerben. Besonders wichtig ist hierbei die Beachtung der Bewerbungsfristen, die sich je nach Programm und Fachrichtung unterscheiden.

Nominiert – was nun?

Wird man von der Heimuniversität nominiert, ist die Freude erst mal gross. Allerdings befindet man sich auf dem Weg ins Ausland immer noch am Anfang. Denn als Nächstes heisst es, sich bei der Austausch-Universität zu bewerben, was einen genauso langwierigen Prozess nach sich zieht. Hier gilt es ebenfalls, sich früh genug über alle Bewerbungsanforderungen und -fristen zu informieren. Laut Universität Zürich akzeptieren die Partneruniversitäten die Nominierten prinzipiell – sie haben aber dennoch das letzte Wort im Bewerbungsprozess. Ist auch diese Hürde genommen, warten die Unterkunftsorganisation, das Learning Agreement sowie weitere individuelle Vorbereitungen auf Austauschstudierende. Ganz auf sich allein gestellt ist man während des Prozesses aber nicht – die jeweilige Fachkoordination steht mit Rat und Tat zur Seite. Und liest man auf der Seite der Internationalen Beziehungen die Erfahrungsberichte von begeisterten ehemaligen Programmteilnehmenden, wird schnell klar, dass  sich der immense administrative Aufwand allemal lohnt. Zu lesen ist nicht von erhöhten Einstiegschancen auf dem Arbeitsmarkt, aber von wertvollen akademischen wie privaten Erfahrungen und einer einmaligen Zeit. ◊

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