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Fahr zur Hölle: Choker

in Fahr zur Hölle/Meinungen von

Halsbänder sind des Teufels  

Die Nineties feiern gerade ihr modisches Revival. Unterwürfig wird dem Modediktat Folge geleistet und die Mom-Hose wieder mit flanellen Kurt-Cobain-Gedächtnishemden kombiniert. Abgerundet wird die Trenduniform mit dem Accessoire der Stunde: dem Choker.

Für jene, die nun an ein mittelalterliches Folterinstrument denken: Bei dieser modischen Fehlschöpfung handelt es sich um ein Halsband, ein sogenanntes Kropfband, das sich eng um den Hals der ach so Hippen schmiegen soll. Bei den weniger trendversierten Mitmenschen erregt man aber nicht nur mit dem missverständlichen Namen Besorgnis. Das Accessoire mutet eher wie eine medizinische Halskrause als wie Schmuck an und hinterlässt den befremdlichen Eindruck, dass man sein Nackenleiden etwas modischer gestalten wolle. Oder noch viel schlimmer: Man sieht damit aus wie ein besonders extravaganter Hund. Mit grellglitzernden Strass-Steinen oder blitzenden Nieten besetzte Choker sind keine Hilfe beim Versuch, dieses Bild wieder zu verdrängen.

Die Modeindustrie kann sich nicht komplett neu erfinden. Aber dass Modegiganten ihr Diktat so weit treiben und die nach Luft ringenden Trendopfer an die Leine nehmen wollen, ist die neue Spitze der manipulativ-konformen Erniedrigung und gehört verteufelt. Deshalb können die Choker da bleiben, wo sie hergekommen sind: in den 1990ern!

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