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Freischwebender Klang

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«The Ship» ist das sechste Soloalbum, das Brian Eno beim Plattenlabel Warp herausgibt – und es wird als eines seiner besten gehandelt. Denn dem Künstler ist es in seinem neusten Werk gelungen, Ambient- und Pop-Musik ineinanderfliessen lassen. Die Lieder auf «The Ship», so Eno, sollen sich jedoch nicht an typisch rhythmischen Strukturen orientieren. Vielmehr soll der Klang frei in Raum und Zeit schweben.

Eno arbeitete in seinem Leben bereits mit verschiedensten Bands wie Coldplay und U2  zusammen – aber auch mit Musikergrössen wie dem kürzlich verstorbenen David Bowie. Dank seiner Erfahrung und seiner Vielseitigkeit gilt Brian Eno gleich in mehreren Genres als Innovator und als einer der einflussreichsten Musiker und Künstler unserer Zeit.

Der 67-jährige Multiinstrumentalist und Sänger experimentiert auf «The Ship» mit diversen Klängen, die hauptsächlich von Keyboard, Synthesizer, Klavier und Gitarre erzeugt werden. Dabei setzt er seiner Fantasie keine Grenzen. Sein neuster Wurf hebt sich jedoch von allen seinen bisherigen Alben ab, einerseits im Stil, andererseits im Aufbau. So besteht die Platte aus lediglich vier Tracks, die zusammen 47 Minuten lang sind. Die einzelnen Stücke sind so konzipiert, dass sie harmonisch ineinander fliessen und den Zuhörenden eine Geschichte erzählen.

Als Inspiration für «The Ship» diente Eno seine Faszination für die sinkende Titanic, den Ersten Weltkrieg oder auf der abstrakten Ebene das menschliche Hin und Her zwischen  Überheblichkeit und Paranoia. 

Vom ersten Track «The Ship», der uns durch seinen ausgeprägten melancholischen Klang jegliches Gefühl für Raum und Zeit nimmt, bis zum letzten «Fickle Sun (III) I’m set free», dem Velvet-Underground-Cover, das den finalen Bogen um die Geschichte schliesst, eröffnet uns das Konzeptalbum einen tiefen Einblick in die Welt des Künstlers. Für diese Platte sollte man sich genügend Zeit nehmen, sich zurücklehnen und sich der Musik –  und der dabei erzählten Geschichte – hingeben.

Brian Eno: The Ship. Warp Records 2016.

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