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    Das «Forum UZH» soll gegenüber dem heutigen Hauptgebäude stehen (Bild: Herzog & de Meuron).
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    Die Fassade des Neubaus mit den senkrecht feststehenden Sonnenbrechern (Bild: Herzog & de Meuron).
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    Die untere Ebene des Sockels, links ist die Rämistrasse zu sehen (Bild: Herzog & de Meuron).
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    Der Neubau bietet Zwischenebenen und einen Garten (Bild: Herzog & de Meuron).
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    Mögliche Raumausstattung: Arbeitsplätze im Inneren (Bild: Herzog & de Meuron).

Grosse Pläne für das Zentrum

in Campus von

Die Universität Zürich will mit einem über 500 Millionen Franken teuren Neubau den Standort Zentrum stark ausbauen. Am vergangenen Mittwochabend hat sie das «Forum UZH» offiziell vorgestellt.

Ein Seminar in Oerlikon, eine Vorlesung am Irchel und eine Übung im Hauptgebäude: Was heute ein wöchentliches oder gar tägliches Mühsal für viele Studierende der Universität Zürich ist, soll bald der Vergangenheit angehören – zumindest wenn es nach den Plänen der Uni geht. Mit der «Zwei-Standorte-Strategie» will sie ihre in der Stadt verteilten Bildungsstätten auf die heutigen Standorte Irchel und Zentrum konzentrieren. Nun ist ein erster Schritt für das städtebauliche Grossprojekt gemacht. Bis 2027 soll der Neubau mit dem einfallsreichen Namen «Forum UZH» stehen. Kostenpunkt: 500 bis 600 Millionen Franken.

Trapezbau auf einem Sockel

Rektor Michael Hengartner stellte das Projekt am 9. Januar im Zentrum persönlich vor. Gemäss den vorgestellten Plänen soll das Gebäude auf dem Wässerwies-Areal an der Ecke Rämistrasse/Gloriastrasse hochgezogen werden – dort wo heute fünf Turnhallen und ein Sportplatz liegen. Das «Forum UZH» bietet laut Hengartner auf mehreren Stockwerken Platz für etwa 1’100 Mitarbeitende und 6’500 Studis. Die neun im Untergrund geplanten Hörsäle können insgesamt 4’000 Hörerinnen und Hörer aufnehmen, während der weitläufige Sockel auf Höhe der Strasse von allen Seiten erschlossen ist und als Begegnungszone für Studis und Quartierbevölkerung dienen soll. Darüber thront etwas zurückversetzt ein sechsgeschossiger Trapezbau, in welchen primär die Forschung einziehen wird.

Rektor Hengartner stellt das Projekt «Forum UZH» vor (Bild: Jonathan Progin).

Berühmte Basler für Zürich

Das zweite geplante Hauptgebäude soll, wie das sich auf der gegenüberliegenden Strassenseite befindende Mutterhaus, einen Lichthof besitzen. «Das neue ‚Forum UZH‘ soll ein Alleinstellungsmerkmal sein und ein Pendant zum jetzigen Hauptgebäude darstellen», meinte der ebenfalls anwesende François Chapuis, Direktor Immobilien und Betrieb der Universität. Das Projekt stammt von den Basler Stararchitekten Herzog & de Meuron, die sich im Architekturwettbewerb gegen ihre Mitbewerber durchgesetzt hatten. Chapuis erklärte, dass das Auswahlverfahren der Jury anonym über die Bühne ging und die Namen der Architekten erst nach dem gefallenen Entscheid bekannt gegeben wurden. «Als wir das Couvert öffneten, dachten wir: ‚Wow!’», verkündete Chapuis sichtlich stolz und fügte hinzu: «Wir sind sehr froh, Herzog & de Meuron dabeizuhaben.»

Unbekannte Raumaufteilung

Trotz der schmeichelnden Worte bleibt allerdings einiges unklar. «Die räumliche Aufteilung im Gebäude ist noch unbekannt», sagte Hengartner vor versammeltem Publikum. Damit ist auch nicht sicher, wo genau die umstrittene «Bibliothek der Zukunft» im Neubau unterkommen wird. In den vorgestellten Plänen hat es aber schon jetzt Platz für Mensa, Café, unzählige Seminarräume und einen grossen unterirdischen Sportkomplex. Der grosse Sockel biete ausserdem Lokale für Läden an, so Christine Binswanger, Senior Partner bei Herzog & de Meuron, die die Details zum Projekt vorstellte. Insgesamt soll der Neubau mit vielen Freiräumen gestaltet sein: «Hier soll ein Austausch zwischen den Studierenden stattfinden», so Binswanger.

Christine Binswanger von Herzog & de Meuron mit Details zum Neubau (Bild: Jonathan Progin).

Noch kein Startschuss

Bis die ersten Bagger auf dem Wässerwies-Areal auflaufen, werden aber noch einige Semester ohne Zukunftsbibliothek und Freiräume von Stararchitekten vergehen. Der Quartierverein Zukunft Hochschulgebiet etwa hat noch vor der Publikmachung des Projektes Rekurs gegen die Pläne eingelegt. Im vergangenen März gab ein Gericht dem Verein Recht und beauftragte die Stadt Zürich, ihre Bau- und Zonenordnung anzupassen. Zudem stellt das «Forum UZH» noch lange nicht alles dar, was die Uni Zürich vorhat: Auch der Irchel soll grossflächig ausgebaut und die übrigen Standorte aufgegeben werden. Und das Unispital Zürich, welches gleich nebenan aus allen Nähten platzt, hat vor Kurzem ebenfalls ein Neubau-Projekt vorgestellt.

Alle eingereichten Projekte sind vom 9. Januar bis zum 24. Januar 2019 im Lichthof des Hauptgebäudes der Universität Zürich zu sehen.

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