Hier könnte der Artikel einer Frau* stehen…

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…aber sie streikt heute. Auch die Redaktion der «Zürcher Studierendenzeitung» beteiligt sich am Streik. Ausserdem solidarisieren wir uns zusammen mit anderen Medien unter der Aktion «Purple Screen».

Vor genau 28 Jahren gingen Hunderttausende Frauen auf die Strasse, um gegen Ungleichheiten in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu demonstrieren. Der 14. Juni 1991 war der erste Frauen*streik in der Schweiz.

Heute findet der zweite nationale Frauen*streik statt. Im ganzen Land sind Kundgebungen, Workshops und Demonstrationen in vollem Gange. Gründe für den Streik gibt es zur Genüge. Eine Auswahl:

Frauen* verdienen gemäss Bundesamt für Statistik im Schnitt 17,4 Prozent, bzw. 1455 Schweizer Franken weniger als Männer*. Bei vergleichbaren, beobachtbaren Merkmalen (also ohne Einfluss von Beruf, Branche oder Anstellung) sind es immer noch 7,7 Prozent.

Frauen* sind Opfer von häuslicher und sexueller Gewalt. Pro Monat werden durchschnittlich zwei Frauen* durch häusliche Gewalt getötet. 59 Prozent aller Frauen* in der Schweiz wurden bereits unerwünscht berührt, umarmt oder geküsst.

Frauen* sind in zentralen Positionen in Wirtschaft und Politik untervertreten. An der Spitze der Unternehmen sind immer noch 91 Prozent Männer*. Im Nationalrat sind 32 Prozent Frauen*, im Ständerat bloss 15,2 Prozent. Auf kantonaler Ebene sieht es ähnlich aus: In den kantonalen Regierungen sind 24 Prozent Frauen*, in den kantonalen Parlamenten sind es 27,9 Prozent.

Frauen* leisten unbezahlte Hausarbeit. In fast zwei Dritteln der Paarhaushalte wird die Hausarbeit hauptsächlich von Frauen* erledigt. Nur in rund 5 Prozent der Haushalte sind hauptsächlich Männer* zuständig.

Das ist nicht alles. Diskriminierung aufgrund des Geschlechts ist in der Schweiz leider immer noch gang und gäbe. Und genau deshalb streiken wir heute zusammen mit hunderttausenden Frauen* in der ganzen Schweiz.

Die medienübergreifende Aktion «Purple Screen» entstand in Zusammenarbeit mit Journalistinnen verschiedener Schweizer Medienhäuser und wird heute auf diversen Newsportalen veröffentlicht. An dieser Stelle wollen wir auch auf die Situation der Journalistinnen in der Schweiz aufmerksam machen.

Lohn

  • Journalistinnen erhalten durchschnittlich 1100 Franken weniger Lohn als Journalisten. Der Durchschnittslohn bei Journalisten beträgt 6’200 Schweizer Franken, derjenige von Frauen 5’100 Schweizer Franken. Berücksichtigt man nur die Vollzeitstellen (Frauen arbeiten generell mehr Teilzeit als Männer) beträgt der Unterschied noch immer rund 700 Franken.
  • Frauen* arbeiten häufiger Teilzeit und Männer* bleiben länger im Beruf.
  • Frauen* in höheren Kaderpositionen verdienen praktisch gleich viel wie solche in mittleren Positionen. Männer* in der Chefredaktion verdienen im Durchschnitt 1400 Franken mehr als Frauen*.

Geschlechterungleichgewicht

  • Wie in vielen ökonomisch-getriebenen Unternehmen zeigt sich sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz, dass Frauen* in Führungspositionen auch in Redaktionen klar untervertreten sind.
  • Wird nach verschiedenen Medientypen unterschieden, so gibt es lediglich beim öffentlich-rechtlichen SRG-Radio ein Geschlechtergleichgewicht.
  • Im Online-Bereich arbeiten mit knapp unter 50 Prozent überdurchschnittlich viele Journalistinnen.

Führungspositionen

  • Führungspositionen sind in drei von vier Fällen von Männern* besetzt.
  • Tages- und Wochenzeitungen in der Schweiz haben zu 73 Prozent männliche Chefs.
  • Im Privat-Rundfunk und bei den Online-Medien ist nur jede fünfte Führungsperson weiblich
  • Bei den Magazinen ist das Führungsverhältnis 50:50

Journalistinnen-Schwund

  • 54 Prozent aller Journalistinnen unter 30 sind weiblich. Danach nimmt der Frauenanteil rasant ab. Der Frauenanteil bei über 50-Jährigen und weiblichen Medienschaffenden mit mehr als 12 Jahren Berufserfahrung liegt nur bei 30 Prozent.

Ressort

  • In den Sport-Ressorts arbeiten rund 90 Prozent Männer*. Die Ressorts Politik und Wirtschaft sind ebenfalls Männerdomänen mit einem Männeranteil von 70 Prozent.
  • Frauen* arbeiten vermehrt im Kultur- und Unterhaltungssektor, sie besetzen Ressorts wie Lifestyle, Mode oder Gesellschaft

Quelle: https://www.persoenlich.com/blog/keine-macht-den-journalistinnen

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