It’s a Match #1/20

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Tinder — Wegen meines grossen Interesses, die Liebe in immer wieder neuen Formen zu ergründen, konnte ich Tinder keinesfalls widerstehen. Nach dem Herunterladen der App kam ich mir vor wie an einer gratis Luxemburgerli-Degustation. Ich stürzte mich mit Hunger und Elan in die nahezu endlose Geschmackspalette. Die verfügbaren Sorten reichten vom ungeniessbaren Zitronen-Luxemburgerli, das in der Form von Kevin mit dem umgekehrten Matterhorn auf der Brust erschien, bis zum herrlichen Schoggi-Luxemburgerli, alias das 1.94 Meter grosse Male-Model mit blonden Haaren und blauen Augen.

Ich erlebte die verschiedensten aromatischen Untertöne: vom lauen Vanille-Geschmack, der mich bei Hoi-wie-gahts-Konversationen begleitete, bis zur bezaubernden Lebkuchen-Spezial-Edition, die sich beim Schlendern durchs Kunsthaus entfaltete. Doch diese üppige Auswahl an Luxemburgerli führt auch zu einem schnellen Wechsel. Sobald ich eine mir nicht entsprechende Geschmacksnote wahrnahm, probierte ich sogleich eine neue Sorte.

Eventuell sollte ich mal an einem Luxemburgerli festhalten und auch in geschmacklosen Momenten nicht gleich das nächste kosten. Zudem glaube ich, meine Köstlichkeiten nach den falschen Kriterien ausgewählt zu haben. Denn ein gutes Luxemburgerli sieht nicht nur knackig aus, sondern ist auch sättigend. Vielleicht muss ich nach dem Motto «Don’t be eye-candy, be soul-food» vorgehen, um ein länger andauerndes und vielschichtigeres Geschmackserlebnis zu haben.

Herzlich,

Charlotte Chardonnay

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