Statt mit Wasser wird der Pool mit Musik gefüllt (Bild: Christian Felber / mign).

Konzerte im Pool: Das Luzerner Neubad ist einen Besuch wert

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Obwohl das Luzerner Neubad als Hallenbad getarnt daherkommt, wird hier schon lange nicht mehr geplantscht. Heute bietet es Platz für ein Bistro und kreative Projekte.

Von aussen erscheint das Luzerner Neubad als ein relativ unscheinbarer grauer Klotz. Einzig die Tische und Stühle vor dem Eingang sowie ein blauer Bauwagen fallen auf. Darüber flattern farbige Wimpel im Wind. Man vermutet im Gebäude ein Hallenbad. Und tatsächlich: Es gibt gekachelte Wände, einen typischen, höhenverstellbaren Badi-Föhn und Garderobenschränke aus Metallgittern. Gebadet hat hier aber schon längere Zeit niemand mehr. Dafür wird hier gefeiert, geflickt, gespielt oder durch Floh- und andere Märkte geschlendert. Seit 2012 wird das ehemalige Hallenbad als kultur- und kreativwirtschaftliche Zwischennutzung geführt. So werden bis heute immer wieder neue Räumlichkeiten erschlossen und Veranstaltungskonzepte entwickelt. «Das vielseitige Programm und die Durchmischung des Publikums sind einzigartig und bieten einen Austausch und Dialog zwischen verschiedenen Kulturen, Generationen, Szenen und Interessen», meint Co-Geschäftsleiter Dominic Chenaux dazu.

Hallenbad-Look

Im Bistro gleich beim Eingang lässt es sich gemütlich Kaffee, Bier oder anderes trinken. Auch wer mal nicht wirklich Lust auf Ausgang hat, aber trotzdem nicht nur zu Hause rumsitzen möchte, ist hier genau richtig. An einigen Tischen werden Spiele gespielt, an anderen wiederum über Gott und die Welt diskutiert. Öffentliche Gespräche finden ab und zu auch im ehemaligen Pool statt, der sich mit seinen grossen Stufen perfekt als Lokalität für die unterschiedlichsten Veranstaltungen anbietet. Darunter fallen sowohl Diskussionsrunden als auch Konzerte, Kochduelle und allerlei Märkte, die von Secondhandschätzen über Designerstücken bis hin zu Tattookünsten alles bereithalten. Optisch erinnert der Pool dabei immer noch an seinen ursprünglichen Zweck – Sprungturm und Wasserrutsche stehen bereit und sogar die Rettungsringe hängen noch an den Seitenumrandungen.

Das Neubad lädt zum Staunen ein (Bild: Christian Felber / mign).

Raum für Kreativität

Das Neubad bietet neben Veranstaltungen jedoch auch Atelierplätze – passend abgetrennt durch Hallenbadkästli – und Raum für Coworking im ehemaligen Kinderbecken. Hier wird unter anderem an Kleidern, Schnittmustern und Mikrofonen getüftelt. Aber auch das Tschutti-Heftli oder das B-Sides Festival haben hier ihr kreatives Zuhause. Eine Velowerkstatt ist ebenfalls in dem verwinkelten Gebäude zu finden und einmal pro Monat werden im Repair Café kaputte Gegenstände wieder zum Leben erweckt. Weitere nennenswerte Projekte sind zum Beispiel der Neugarten, ein Urban Gardening Projekt, oder der Büchertausch im alten Bahnwärterhäuschen gleich nebenan. Wer das Neubad gerne mal gründlich entdecken und hinter die Kulissen blicken möchte, für den lohnt es sich am letzten Dienstag eines Monats vorbeizuschauen. Dann kann man nämlich neben dem Getränke- und Essensangebot auch eine kostenlose Führung geniessen.

Auch ein Gartenkino gibt’s im Neubad (Bild: Christian Felber / mign).

Luzerner Erfrischungen

Noch ein Tipp zu den im Neubad ausgeschenkten Getränken: Es empfiehlt sich natürlich immer ein kühles Luzerner Bier. Wer’s aber eher etwas schärfer (und stärker) mag, dem sei der leckere Ingwerschnaps Sama Sama ans Herz gelegt, auch dieser stammt aus der Region. Schon von etwas weiter her – aus dem Berner Oberland – kommt die Hauptzutat für eine Schorle der speziellen Art, nämlich die Heuschnaps-Schorle. Bei den nicht-alkoholischen Getränken findet man einerseits das luzernische Lori’s Mate oder den traditionellen Beckenrieder Orangenmost aus dem benachbarten Nidwalden, die beide unbedingt mal probiert werden sollten. Ebenso auf der Karte steht der Turicum Gin. Vielleicht hilft dieser den Heimweh-Zürchern sogar über den Kulturschock hinweg?

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