Die Forderungen auf der Webseite des VSUZH: «Studierende sollen ihr Semester unter fairen Bedingungen abschliessen können» (Bild: Screenshot).

Uni informiert – Fragen bleiben offen

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Endlich hat die Uni in einer Info-Mail über Massnahmen für das laufende Semester informiert. Doch vieles bleibt unklar.

+++ Info: Dieser Artikel wurde zuletzt am 06.04.2020 um 15.00 Uhr aktualisiert +++

Die Uni verschickte vergangenen Freitag eine E-Mail an alle Studierenden, die über die neuen Massnahmen informieren. Sie gab etwa bekannt, dass alle Fehlversuche dieses Semester storniert würden. Dies, nachdem VSUZH in einer Stellungnahme und die Kripo in einem umfangreichen Katalog forderten, dass die Uni über das laufende Semester Klarheit verschaffe. Der VSUZH und die Kripo zeigen sich mit der Reaktion der Uni noch nicht zufrieden.

Der VSUZH freue sich, dass die Universität weitere Bestimmungen formuliert hat, um eine Benachteiligung der Studierenden durch diese «aussergewöhnliche Situation» zu vermeiden, teilt Isaias Moser, Co-Präsident des VSUZH mit. «Wir würden es aber begrüssen, wenn die Fakultäten so bald wie möglich konkrete Details zu den Leistungsnachweisen veröffentlichen können.» Zudem wünsche sich der VSUZH, dass bezüglich Studien- und Assessmentfristen noch weitere Informationen folgen.

Genauere Informationen fehlen

Auch die Kripo begrüsst die bekanntgegebenen Massnahmen. «Einige sehr wichtige Punkte sind abgedeckt», ist dem Statement der Kripo zu entnehmen, das der ZS vorliegt. Allerdings bestehe noch immer Bedarf an genaueren Informationen. «Es herrscht Unsicherheit bezüglich der Regelungen in Sonderfällen», heisst es darin weiter. Die Verlängerungen von Fristen sollen klarer garantiert werden und unkompliziert möglich sein. «Gänzlich unklar bleibt der Umgang mit der Stipendiendauer», schreibt die Kripo. «Wir fordern diesbezüglich, dass dieses Semester nicht zur Dauer des Stipendiums gezählt werden darf.»

Ausserdem werde seitens der Universität nicht erwähnt, wie das Semester in Hinblick auf die maximale Studienzeit behandelt werde. Es stehe für die Kripo ausser Frage, dass dieses Semester nicht zur maximalen Studienzeit gezählt werden könne. Dasselbe gelte für Assessment-Studierende bestimmter Studiengänge, die innerhalb das Assessment innerhalb einer Frist zu absolvieren haben. «Hier fordern wir von der Universität Zürich ebenfalls eine Verlängerung dieser Frist», lässt die Kripo verlauten. Ebenfalls würden Informationen zu Praktika fehlen. Die Fraktion fordert diesbezüglich eine Kulanzregelung. Schliesslich dürfe dem Universitätspersonal nicht gekündigt werden.

Uni hinkt hinterher

Die ETH hatte bereits Anfang März mitgeteilt, dass sie Fehlversuche des Frühjahrssemesters 2020 aufgrund der durch das Coronavirus erschwerten Umstände annullieren wird. Studierende der Universität Zürich hatten in einer Online-Petition die Uni aufgefordert, der ETH nachzuziehen. Über 6’000 Studierende hatten unterschrieben. Bevor die Uni diesbezüglich Entschlüsse fasste, vergingen mehrere Wochen. Aufgrund der dadurch entstandenen Unklarheiten sind viele Anfragen beim VSUZH eingegangen, wie Moser  sagt. «Mit Beginn der Krise haben sich einige telefonisch oder per Mail gemeldet, um Auskunft über die weiteren Massnahmen der Uni zu erhalten.» Zudem seien auch verschiedene Fachvereine auf den VSUZH zugekommen.

Die Uni muss diese letzen Unklarheiten so schnell wie möglich beseitigen, um ihren Studierenden dadurch einen möglichst fairen Semesterabschluss zu gewährleisten.

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