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Kultur für alle

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Mit der KulturLegi profitieren auch Studierende von zahlreichen Rabatten auf Kultur, Bildung und Sport.

Wer kennt das Problem nicht: Ende Monat reicht es plötzlich weder für das Konzertticket der Lieblingsband noch für den geplanten Wochenendtrip. Was für einige bloss ab und zu eintritt, ist für andere Alltag. Laut Caritas leben 590’000 Menschen in der Schweiz unter der Armutsgrenze, und weitere 400’000 sind armutsgefährdet. Häufig führt die Armut zu einer eingeschränkten Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben. Mit der KulturLegi will Caritas diesem Problem entgegenwirken. Verschiedenste Angebote wie beispielsweise Zeitschriftenabos oder Konzerteintritte werden durch den Ausweis vergünstigt und somit einem breiteren Publikum zugänglich. Allein im Kanton Zürich gibt es rund 800 Angebote.

KulturLegi für Studierende

Beantragen können die KulturLegi alle, die Unterstützungsleistungen erhalten oder über ein geringes Einkommen verfügen und dies mit einem entsprechenden Dokument nachweisen können. Dazu zählen beispielsweise Stipendien aus öffentlicher Hand oder die letzte Schlussrechnung der Staats- und Gemeindesteuern. Für Einzelpersonen liegt die Obergrenze bei einem Gesamteinkommen von CHF 38‘000. Die Beantragung erfolgt online, im KulturLegi-Büro an der Reitergasse oder per Post. Während das erste Jahr kostenlos ist, zahlt man für eine Verlängerung 20 Franken.

Laut Bernhard Ackermann, Marketingverantwortlicher bei Caritas, gibt es keine spezifischen Daten dazu, wieviele Studierende eine KulturLegi besitzen. «Das Bezugskriterium «Stipendium», welches eindeutig auf Studierende schliessen lässt, macht schweizweit weniger als 1% aus.» Es ist aber denkbar, dass Studierende auch aufgrund von Sozialleistungen oder einem tiefen Einkommen eine KulturLegi erlangten.

Eine Studentin der Universität Zürich ist sehr zufrieden mit dem Angebot: «Mit der KulturLegi kann man effektiv Geld sparen.» Sie brauche die Karte etwa einmal monatlich, vor allem für Badi- und Kinoeintritte. Ein Vorteil sei, dass die KulturLegi auch da gültig ist, wo es mit der normalen Studierenden-Legi keine Vergünstigung gibt. «Die Beantragung der Legi ist sehr einfach und ich hatte sie innerhalb einer Woche», erzählt die Studentin. Verlängern werde sie die Legi auf jeden Fall. Ihr einziger Kritikpunkt: Trotz erhaltenem Heft mit den Angeboten ist es schwierig herauszufinden, wo die Kulturlegi überall gültig ist. Ackermann erklärt, man arbeite daran, die KulturLegi weiter zu verbessern: «Mit der verabschiedeten Strategie KulturLegi 2020 gibt es ein breites Commitment aller Trägerorganisationen für die nationale Ausdehnung und Entwicklung der KulturLegi.» In diesem Kontext wolle man die KulturLegi einem breiteren Publikum zugänglich machen: «Ein Schritt dazu ist die kürzlich lancierte, viel verständlichere Webseite. Dank diesem Werkzeug können sich Nutzende besser, schneller und vielseitiger über das Angebot informieren.»

Katholisches Hilfswerk

Hinter der KulturLegi steht Caritas Schweiz, eine gemeinnützige Organisation, die sich der Armutsbekämpfung in der Schweiz verschrieben hat. Die KulturLegi ist nur eins von vielen Projekten. Bekannt sind auch die Caritas-Secondhand-Läden, die einen Grossteil der Einnahmen ausmachen. Caritas ist nach wie vor ein katholisches Hilfswerk, hilft aber Armutsbetroffenen unabhängig von deren religiöser und politischer Anschauung sowie ethnischer Zugehörigkeit. ◊

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