Kunst verbindet Menschen

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Brücken zu bauen, und wenn sie nur metaphorisch sind, ist für ein Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft essentiell. Gerade in der Schweiz, wo sich die Bevölkerung aus unterschiedlichsten Nationalitäten zusammensetzt. Einen grossen Teil  davon – eine Viertelmillion – machen Albaner und Albanerinnen aus. Die Zürcher Organisation «Brezi Ynë» möchte genau dies: Menschen zusammenbringen. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, albanische Kunstschaffende zu unterstützen, um gleichzeitig den interkulturellen Austausch zwischen der Schweizer und der albanischen Bevölkerung zu fördern.

Die Gründerin und Präsidentin der Organisation, Linda Arifi, wuchs in der Schweiz auf, kommt jedoch ursprünglich aus dem Balkan. Sie erzählt vom Gefühl, weder hier noch da wirklich zu Hause zu sein: «Viele kennen das: Man ist hin- und hergerissen zwischen zwei Orten. Zumindest mir ging es oft so. Mir war es wichtig, einen Weg zu finden, die Brücke zwischen diesen zwei Kulturen zu schlagen.» Aus diesem Wunsch heraus entstand «Brezi Ynë», was übersetzt so viel heisst wie «Unsere Generation». Gleichzeitig betont Linda, dass ihr Verein keine politischen oder religiösen Ziele verfolgt. «Brezi Ynë» ist vielmehr eine Plattform für noch unbekannte albanische Künstler und Künstlerinnen, die in ihrem Schaffen gesellschaftsrelevante Themen verarbeiten. Die Kunst dient dabei als Vermittlerin. «Kunst ist nämlich eine Sprache, die jeder versteht», so Linda.

Linda arbeitet mit vier weiteren Mitgliedern für die Organisation. Sie tun das alle ehrenamtlich. Darum ist es nun auch schon zwei Jahre her, dass «Brezi Ynë» eine Veranstaltung organisiert hat. «Unsere erste Kunstausstellung hat 2015 stattgefunden und war ein Erfolg, aber danach hatten wir neben der Arbeit keine Zeit und auch kein Geld mehr, um etwas Neues auf die Beine zu stel-
len. Denn wir haben alles aus eigener Tasche finanziert», erklärt Linda. In dieser zweijährigen Pause hat die Vereinspräsidentin die Zeit genutzt, um weitere Kontakte zur albanischen Kunstszene auf dem Balkan zu knüpfen, um so neue Talente zu entdecken. Darum ist mittlerweile ein neuer Event in Planung.

Am 8. März 2018, dem Weltfrauentag, veranstaltet die Organisation eine Vernissage, wo Gemälde der jungen albanischen Künstlerin Aida Sinani gezeigt werden, begleitet von kurzen Gedichten. Linda lernte Aida kennen, als diese erst 16 Jahre alt war, und war von den ausdrucksstarken Bildern der jungen Frau verblüfft. Deshalb hat sie ihr Schaffen in den vergangenen Jahren weiterverfolgt und Aida schliesslich angefragt, Bilder für eine Ausstellung für «Brezi Ynë»  zu malen.

Die Ausstellung trägt den Namen «Mädchen, keine Bräute» und thematisiert die Zwangsverheiratung von Minderjährigen. Die heute 19-jährige Aida Sinani hat sich dessen angenommen und mehrere Gemälde angefertigt und  dieses Thema auf ihre Weise interpretiert. Im Rahmen dieser Ausstellung tritt am 10. März die kosovarische Musikerin Andrra auf. Die Sängerin, die melancholischen Electro produziert, singt ebenfalls über die Zwangsverheiratung von Mädchen. «Brezi Ynë» schafft es so erneut, die Kunst zu nutzen, um Brücken zu schlagen: Künstlerinnen wie Aida und Andrra erhalten die Möglichkeit, Menschen zu erreichen und zu berühren, ohne dass die Problematik dabei an Ernsthaftigkeit verliert. [aga]

«Vajza, jo nuse – Mädchen, keine Bräute». Kunstausstellung vom 8.–17. März 2018 in der Photobastei 2.0. Am 10. März 2018 tritt ausserdem die Electro-Künstlerin Andrra in der Photobastei 2.0 auf, gefolgt von einer Afterparty mit der albanischen DJane Oda.

2 Comments

  1. @ Zürcher Studierendenzeitung: Herzlichen Dank für die Unterstützung und den tollen Artikel !

    Weitere Informationen zum Projekt „Mädchen, keine Bräute“ findet ihr hier:

    Kunstausstellung: https://www.facebook.com/events/173823603196342/

    Konzert: https://www.facebook.com/events/2070869249799763/

    Falls ihr unser Projekt unterstützen möchtet, könnt ihr dies gerne unter folgendem Link tun:
    http://kck.st/2FTve5d

    Wir erwarten euch mit grosser Freude!

    BREZI YNË

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