Martin Wigger, Leiter der Helferei (Bild: Sumanie Gächter).

Kunst zum Berühren

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Das Kulturhaus Helferei will aktiv Kunst vermitteln.

Beim Eingang des Kulturhauses Helferei flimmert in blauen Neonfarben das Motto «Handeln». Ein Blick ins Programm der Kulturinstitution  zeigt: Hier geht es nicht darum, Kunst und Kultur passiv zur Schau zu stellen, sondern die Besucher*innen aktiv miteinzubeziehen. So betont Martin Wigger, der Leiter der Helferei: «Das Haus war schon immer offen für alle und für soziale Anlässe gedacht.» Zu Zeiten Zwinglis bereitete dessen Frau in der geräumigen Küche Mahlzeiten für Bedürftige zu. Mit Religion hat das Haus heute, abgesehen davon, dass es Eigentum der reformierten Kirche Zürich ist, zwar wenig am Hut. Diesen Brauch führt die Leitung des Kulturhauses aber mit ihrem Mittagstisch weiter, bei dem es Gerichte der asiatischen Restaurants Ikoo und Miki zu geniessen gibt. Auch die kulturellen Anlässe sollen Hilfe leisten. Dafür wird die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Thematiken in das Programm aufgenommen.

Berühren erwünscht

Eines davon ist Migration. Das Theater Malaika etwa wurde vom Kulturhaus mitgegründet. Ausserdem führte die Helferei  das «Festival der Liebe» durch. Beim Sensual Speed Dating konnten Besuchende potentielle Partner*innen nur mit dem Hör-, Tast- und Geruchssinn kennenlernen. «Wir wollten darauf aufmerksam machen, dass Berührungen im Alltag immer mehr verschwinden», erklärt Wigger.

Für die Programme des Hauses werden externe Kunstschaffende in die Produktion miteinbezogen. So wurde mittels eines «Open Calls» die Künstlerin Cornelia Zierhofer gefunden, welche ihre Installation «Tingly Touch» in der Kapelle des Kulturhauses ausstellt. «Mit der Installation will ich eine alte Verhaltensregel in Museen brechen: Die Besucher*innen dürfen die Installation nicht nur berühren, sie sollen es sogar», so Zierhofer. Beim Herumkriechen auf grossen Kissen aus rezyklierten Materialien lernt man Kunst von einer anderen Seite kennen.

Ein paar Gemeinsamkeiten mit der Kirche hat die Helferei doch noch: Die Gemeinschaft steht im Mittelpunkt und die meisten Events sind kostenlos. Anstatt Wein wird einfach das hauseigene Bier ausgeschenkt.

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