Lobhudelei #6/18

von

Federgewichte – Samtig weich löst ihr euch aus dem Oval. Haftet an meinen Fingern, ohne sie zu verkleben. Gebt mir ein flauschiges Gefühl, wenn ich euch auf meinen Handballen lege, obwohl ich euch aufgrund eures Federgewichts kaum spüren kann.

Wohlig verreibe ich euch zwischen Daumen und Zeigefinger. Als würde ich meine Fingerkuppen in einem Meer aus Wattebäuschen tunken, so fühlt sich das an. Bald verreibe ich euch zwischen meinen Handflächen zu immer noch weichen, aber kompakteren Kügelchen. Bald puste ich euch in die Luft und schaue euch hypnotisiert zu, wie ihr langsam zu Boden schwebt. Ich hebe euch wieder auf. Endlich verzupfe ich euch in einem Anflug kindlicher Zerstörungswut. Ihr löst euch voneinander wie Pulverschnee, den man von den Ästen schüttelt.

Im Unterschied zu Schnee allerdings seid ihr nicht weiss. Oft seid ihr wahre Kunstwerke kunterbunt gescheckter, wild ineinander geflochtener Fäden. Manchmal seid ihr von strahlender Einfarbigkeit. Bordeauxrot. Azurblau. Und manchmal auch einfach nur grau. Ihr überrascht mich jedes Mal aufs Neue.

Euretwegen gehe ich gerne in die Waschküche. Ihr seid der Grund, weshalb ich nach dem Kleiderwaschen gutgelaunt bin. Ihr seid die Fusel im ilter meines Wäschetrockners.

 

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