Die unabhängige Zeitung für Uni und ETH

Die Ausstellung «Oïphorie» schmückt die grosse Halle im Erdgeschoss. (Bild: Vivian Adams)

Neu eröffneter Altbau

in Campus von

Das Hauptgebäude des Museums für Gestaltung ist nach der Renovation wieder offen – und hat noch mehr zu bieten als früher.

Die Renovation des Museums für Gestaltung begann, als Ende 2014 die Kunstgewerbeschule aus dem Gebäude an der Ausstellungsstrasse auszog. Das 1933 erbaute Haus gilt als Musterbeispiel des Neuen Bauens und ist daher denkmalgeschützt. Sein Erscheinungsbild hat sich durch die Renovation also nicht verändert. Vielmehr präsentiert es seinen alten Charme nun in neuer Frische.

«Oïphorie» um Westschweizer Design

Die wohl grösste Veränderung betraf das Herzstück des Museums: In der grossen Halle im Erdgeschoss wurde die Zwischendecke entfernt, wodurch ein offener, grosszügiger Ausstellungsraum entstanden ist. Diesen Raum füllt derzeit das Westschweizer Designbüro atelier oï mit verspielten Kreationen aus Papier und Holz. Daneben vermittelt die Ausstellung einen Eindruck vom vielseitigen Werk des international tätigen Schweizer Designkollektivs, das von den weltbekannten Nespresso-Tassen bis zu geschwungenen Lampen und Möbeln reicht.

Zeitreisen und Alltagskuriositäten

Im Untergeschoss präsentiert das Museum für Gestaltung nun dauerhaft eine Auswahl seiner beeindruckenden Sammlung von Objekten aus Grafik, Textil- und Produktdesign. Obwohl dort «nur» rund 2000 der insgesamt über einer halben Million Stücke Platz finden, weckt die Ausstellung «Collection Highlights» eine Vorstellung des Umfangs der bedeutenden Sammlung. Hier treffen Alltagsgegenstände auf Kuriositäten aus Design und Visueller Kommunikation: Im Schatten der allgegenwärtigen Bahnhofsuhr der SBB liegen Zahnbürsten, Babyschnuller und Dessous von Jean Paul Gaultier. Gleich daneben lädt die Ausstellung «Ideales Wohnen» zu einer Zeitreise durch das 20. Jahrhundert ein: In sieben Zimmern wird je eine Epoche mit ihr Möbel- und Lebensstil gezeigt. Vom Pragmatismus des beginnenden Jahrhunderts über das Aufkommen der Pop Art bis zur Wiederentdeckung des Minimalismus dokumentiert die Ausstellung lebensecht den Wandel des Schweizer Interiordesigns.

Nicht nur Plakatgeschichte

Rund 80 verschiedenartige Plakate säumen den schmalen Gang im oberen Teil des Museums. Die Ausstellung «Plakatgeschichten» zeigt die gestalterische Vielfalt des Mediums und dokumentiert dessen Entwicklung seit den Anfängen vor über 100 Jahren. Der Weg durch die Geschichte der Plakatkunst führt vorbei an einer ehemaligen Bibliothek. Darin befindet sich jetzt das neue Vermittlungsatelier, in welchem das Museum Workshops zu den unterschiedlichsten Themen anbietet. Aber auch wem gerade nicht nach Ausstellungsbesuch oder Workshops ist, der oder die findet ein Plätzchen: Die «Swiss Design Lounge» im Obergeschoss lädt zum ungestörten Testen von Schweizer Möbelklassikern ein und ist frei zugänglich. Auch das Café in der Eingangshalle bietet mit seiner grosszügigen Fensterfront einen sonnigen Platz für Besucherinnen und Besucher jeder Art. ◊

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Neuestes von Campus

Leak bei Wirtschaftsprüfung

Bei einer Assessment-Prüfung waren den Studierenden die Prüfungsfragen aus der Vorjahresprüfung schon

Master Of Science in Berufsbildung

Berufsbildung gestalten – mit dem Master of Science in Berufsbildung: Wissenschaftsbasiert, praxisorientiert, interdisziplinär und
Gehe nach Oben