Ohne Plan in den Vorstand

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Isaias Moser und Tim Hofer sind die Neuen im Vorstand des VSUZH. Grosses ist von ihnen aber nicht zu erwarten.

Wie seid ihr zum VSUZH gekommen?

Isaias: Ich habe mich auf das Projekt UZH-GYM beim VSUZH beworben und die Hilfsstelle leider nicht bekommen. Ich wurde aber daraufhin von Luisa Lichtenberger, Leiterin dieses Projektes, angefragt, ob ich Lust hätte, das Projekt zu übernehmen. Mir war es wichtig, mich ab dem ersten Semester politisch zu engagieren und etwas zu bewirken. Da ich mich gerade einschreiben musste und mich noch gut ans Gymi erinnern kann, finde ich das Projekt perfekt für mich.

Tim: Ich habe das Ressort «Events und Projekte», so nenne ich es jedenfalls. Ich war schon zuvor zwei Jahre ein aktives Mitglied des Rates.

Tim Hofer: «Mein Ziel ist, ein e-Sports-Team zu gründen.»

Tim, du hast von deiner Freundin Zoé Gianocca den Vorstandssitz übernommen. Glaubst du, dass du dadurch einen Vorteil hattest?

Tim: Sicher war es ein Vorteil, dass ich mich nicht mehr gross einarbeiten musste. Wir sind jedoch zwei unabhängige Personen und haben auch beide unsere eigene Meinung. Ich sehe den Grund für die Wahl eher in meinem Engagement im Rat.

Apropos Frauen: Was sagt ihr dazu, dass ihr zwei Frauen im Vorstand ersetzt habt?

Isaias: Die Frage der Frauenquote wurde mir auch bei der Wahl in den Rat gestellt. Ich finde die Frauenquote ein nützliches  und gutes Instrument. Wenn eine Frau für die gleiche Position angetreten wäre, wäre ich vermutlich ausgewichen. Wegen der Frauenquote und wegen den vielen offenen Möglichkeiten als Erstsemestriger.

Tim: Ich sehe das pragmatisch: Es hat sich ja niemand sonst für den Vorstand gemeldet. Wir waren zwei Kandidaten für zwei Plätze. Lieber besetzt man die Sitze, als Niemanden zu haben. Persönlich finde ich die Frauenquote ein legitimes Mittel zur Symptombekämpfung. Am Ende muss sich das Mindset der Gesellschaft ändern, daran müssen wir alle arbeiten.

Isaias Moser: «Ich habe kein klares Ziel.»

Welche Ziele verfolgt ihr gerade?

Tim: Die Entstehung eines e-Sports- Teams. Im Ausland gibt es bereits universitäre Ligen, bei uns sehe ich da noch Potential. Mein Ziel wäre es, die Leute zusammenzubringen, gemeinsam zu trainieren und danach vielleicht noch ein Bier zu trinken. Des Weiteren sollen natürlich unsere bestehenden Events so erfolgreich bleiben, wie sie sind. Es geht dabei nicht darum, den Gewinn zu maximieren, sondern eher darum, möglichst vielen Studierenden etwas bieten zu können.

Isaias: Ich verfolge im Moment noch kein klares Ziel. Ich erhoffe mir aber eine interessante, wenn auch arbeitsintensive Zeit im VSUZH.

Bewirkt der VSUZH etwas?

Isaias: Gute Frage. Das ist für mich schwierig zu beantworten. Wichtig ist, dass der VSUZH seine Mitglieder nicht vorführt. Es darf nicht sein, dass wir Gefässe entwickeln, bei welchen die Studierenden ihre Ansichten einbringen können, wenn wir diese Ansichten dann nicht ernst nehmen. Es ist für mich daher zentral, dass der VSUZH viel für die Fachvereine, Studierendenorganisationen, die Studierenden allgemein und für die Organisationen und Unternehmen ausserhalb der Uni bewirken kann.

Tim: Wir dürfen uns immer wieder bei verschiedenen universitären Angelegenheiten einbringen. Dies zeigt uns, dass die Uni Wert auf unsere Meinung legt. Am Ende ist die Uni aber ein riesiger Apparat und eine Institution des Kantons. Sie hat ihre Motive für ihre Entscheidungen. Je nach Thema lädt sie aber den VSUZH ein, um ein kritisches Feedback zu erhalten: Die Uni nennt das Painstorming.

2 Comments

  1. Liebe Leonie

    Ich finde das Anfangsstatement: “Grosses ist vom ihnen nicht zu erwarten” etwas harsch formuliert. Du führst ein Interview und stellst Fragen gibst aber nicht wirklich eine Analyse zu den Antworten ab, sondern gehst direkt zu einer ziemlich negativen Konklusion. Grundsätzlich finde ich es gut die Antworten kritisch zu hinterfragen, würde mir aber wünschen, dass der Gedankengang zu dieser Aussage besser begründet wird …

  2. Lieber Lukas

    Zunächst stammen Titel und Lead dieses Interviews von der Redaktion, nicht von der Autorin.
    Dass der Lead nun eine Schlussfolgerung enthält, deren Herleitung sich erst im Text findet, hat durchaus seine Richtigkeit. Denn sein Zweck besteht darin, Interesse für den Text zu wecken. Und das scheint ja geklappt zu haben.
    Leonie hat ihre Arbeit als Autorin tadellos gemacht. Sie hat kritische, aber faire Fragen gestellt. Die beiden hätten – da es sich um ein Interview handelt und die Autorin also gar keine Analyse vornehmen hätte können – eine ganze Seite Platz gehabt, ihre Arbeit im VSUZH und den VSUZH als solchen bekannter zu machen. Doch das haben sie nicht getan. Stattdessen sagt Isaias Moser: «Ich verfolge im Moment noch kein klares Ziel». Und das ist, ehrlich gesagt, nicht gerade der Beweis dafür, dass von ihm Grosses zu erwarten wäre.
    Das Engagement des VSUZH und der beiden Interviewten ist hoch einzuschätzen. Das möchte hier auch niemand in Zweifel ziehen. Nur: Wenn es den Protagonisten des VSUZH (gewählten Vorstandsmitgliedern!) nicht gelingt, dieses Engagement sichtbar zu machen, können wir nicht helfen.

    Ich hoffe, ich konnte das eine oder andere klarstellen und wünsche Dir einen guten Start in die Woche.

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