Proto-Prof: Andreas Thier

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Andreas Thier, Prof für Rechtsgeschichte, erzählt aus seiner Studienzeit

Zum Wintersemester 1982 begann ich, an der Universität Tübingen Geschichte sowie Recht zu studieren. 1983 immatrikulierte ich mich zusätzlich für den Vollstudiengang Rechtswissenschaften. Im Sommer 1985 wechselte ich nach München, wo ich mit dem 1. Staatsexamen das juristische und das geschichtswissenschaftliche Studium mit dem Master abschloss. Ich habe die Entscheidung für das Doppelstudium nie bereut, denn die Kombination der Fächer hat mir viele neue Einsichten erschlossen.

Die Verschiedenheit der Fach- und Studienkulturen war faszinierend: Studierende der Rechtswissenschaften kleideten sich anders als Historikerinnen und Historiker, die «Cafeten» unterschieden sich deutlich voneinander, und auch die politischen Positionen waren vor allem in Tübingen nicht wirklich auf einer Linie. Das Wandern zwischen diesen Welten bildete lange ein Element meiner Identität, auch wenn es manchmal anstrengend war, vom Seminar in Geschichte auf die Vorlesung im Verwaltungsprozessrecht umzuschalten.

Sehr erleichtert wurden mir diese Übergänge durch die exzellenten Fachbibliotheken, die für mich immer der wichtigste Ort des Studiums waren. Gerade die ausgeprägte Vielfalt dieser Bibliothekskulturen vor allem in München ist mir bis heute unvergessen geblieben und gerade sie scheint mir auch heute besonders wichtig zu sein.

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