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    Der ASVZ erhöht seine Gebühren für Studierende um fünf Franken. Verkraftbar? (Bild: aga)

Pumpen wird teurer

in Campus von

Der ASVZ erhöht auf das Herbstsemester 2017 den Mitgliederbeitrag. Ist das gerechtfertigt? Ein Anlass, den Verein etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Per Mail wurden die Studierenden Ende März darüber informiert, dass sie zukünftig 30 Franken, anstatt wie bisher 25 Franken Mitgliederbeitrag für den ASVZ bezahlen müssen. Mitarbeitende an den Hochschulen bezahlen anstatt 180.- CHF neu 210.- CHF und Absolventen anstatt 500.- CHF neu 560.- CHF. Begründet wird das mit dem Ausbau von Sportarten und Lektionen. Aber was heisst das konkret?

Platz für Trendsport

Wie der ASVZ auf Anfrage hin berichtet, sei es wichtig, sowohl Bewährtem, wie auch Neuem Platz zu bieten. Dies bedeutet, dass Sportart-Klassiker durch neuere Sportarten wie Aerial Yoga (Yoga in einer Art Hängematte) ergänzt wurden. Gab es daher vor zehn Jahren noch 85 verschiedene Sportarten, kann man nun aus einem Angebot von 134 Sportarten auswählen. Neue Trends und Ideen werden erkannt oder manchmal auch extern zum Vorschlag gebracht. Wird eine Sportart als langfristig sinnvoll empfunden, wird sie schliesslich (zunächst im kleinen Rahmen) eingeführt. Alles in allem entspricht das 600 geleiteten Lektionen pro Woche und rund 1200 verschiedenen Kursen, Camps und Veranstaltungen pro Jahr.

Laut nationalen Hochschulumfragen von 2015 haben vier Fünftel aller ASVZ-Berechtigten das Angebot wahrgenommen, sprich ein klarer Anstieg zu den letzten Umfragen aus dem Jahr 2010. Kein Wunder also, dass der ASVZ auch in Punkto Sportanlagen ziemlich ausbauen musste: etwa das Sport-Center Hönggerberg (2009), die Power Station Irchel (2014) oder das Sport-Center Winterthur (2016).

Keine Alternative

Aber warum müssen jetzt die Mitglieder dafür zwangsmässig hinhalten? Weil es laut ASVZ keine Alternative gibt. Wie der ASVZ bestätigt, ist er nicht profitorientiert. Finanziert wird er zu einem Viertel aus den Jahresbeiträgen der Uni-, ETH- und Hochschulstudenten.  Einen weiteren Viertel zahlen die Zürcher Hochschulen, unter anderem die ETH und die UZH. Nochmals einen Viertel steuern die Jahresbeiträge der weiteren teilnahmeberechtigten Kategorien (Absolventen, Mitarbeiter etc.) bei und das letzte Viertel bilden die Einnahmen aus kostenpflichtigen Angeboten und Sponsorenbeiträgen. Betrachtet man die oben genannten Ausweitungen, bleibt dem ASVZ schliesslich nicht viel übrig, ausser neu entstehende Kosten durch die Mitgliederbeitragserhöhungen zu decken.

Zu guter Letzt noch etwas Beruhigendes für alle, die dennoch verärgert sind: Weitere Erhöhungen der Mitgliederbeitrage sind fürs Erste nicht geplant. Wenn man bedenkt, dass die letzte Erhöhung 2006 war, können selbst Erstsemester sich, im Hinblick darauf, um andere Sorgen kümmern.

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