Schlecht beraten – Gegendarstellung VSUZH

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Vorstand des VSUZH

Der Vorstand des Studierendenverbandes fühlt sich durch den Artikel der ZS falsch dargestellt und sagt: Der VSUZH hat die kleinen Nebenfächer nicht verschlafen.

Dem Verband der Studierenden (VSUZH) wird vorgeworfen, hinsichtlich der kleinen Nebenfächer keine Massnahmen ergriffen zu haben. Dies ist eine falsche Darstellung. Die anstehenden Reformen sind innerhalb des VSUZH seit über einem Jahr bekannt. In allen Gremien mit studentischem Einsitz hat sich der VSUZH seither mit dem Thema auseinandergesetzt und den Erhalt der kleinen Nebenfächer gefordert. Dazu gehören die Bildungskommission des VSUZH, die Lehrkommission der UZH, die erweiterte Universitätsleitung, der Unirat & bilaterale Treffen des Vorstandes mit dem Rektor. Dass der VSUZH sich tatsächlich eingebracht hat, steht in den zahlreichen Protokollen dieser Gremien und kann nachgelesen werden. Diese Protokolle sind beim VSUZH öffentlich zugängig und hätten von der Redaktion eingesehen werden können.  

Der VSUZH hatte im ständigen Austausch Einfluss auf die neue gesamtuniversitäre Musterrahmenverordnung. In dieser werden einheitliche Standards für die Rahmenverordnungen aller Fakultäten gesetzt. In dieser MRVO sind 30er-Nebenfächer weiterhin enthalten. Der VSUZH hat mit seinem Engagement also etwas erreicht: Die 30er Nebenfächer verschwinden nicht einfach an der gesamten Universität. Die einzelnen Fakultäten können darüber entscheiden, ob sie weiterhin 30er Nebenfächer anbieten wollen oder nicht.

Gleichzeitig müssen institutionelle Zuständigkeitsunterschiede beachtet werden: Sobald etwas auf Fakultätsebene entschieden wird, können wir, also der VSUZH, nicht mehr mitreden, denn dort sind die Fachvereine für die studentische Vertretung zuständig: Das studentische Engagement an der Universität Zürich ist föderalistisch organisiert. Der VSUZH setzt sich auf gesamtuniversitärer Ebene für das Wohl der Studierenden ein; auf fakultärer Ebene hat der VSUZH hingegen keinerlei Weisungsbefugnis. Wenn sich die Philosophische Fakultät und deren Studierendenvertreter also dafür entscheiden, ihre 30er-Nebenfächer abzuschaffen, ist das ihre eigene Entscheidung, auf die wir wenig Einfluss haben.  

Dass nun am 20. April in unserem Rat über die Nebenfächer diskutiert wurde, ist auf einen Antrag der Fraktion KriPo zurückzuführen. Warum die Kripo den Antrag erst zu diesem späten Zeitpunkt eingereicht hat, entzieht sich unserer Kenntnis und wurde auch innerhalb des Rates kritisiert und mit Unverständnis aufgenommen. Hatte doch zum Beispiel der Fraktionspräsident der KriPo in der Bildungskommission des VSUZH den Vorsitz inne, in der seit Anfang HS15 eingehend Massnahmen gegen die Abschaffung der kleinen Nebenfächer diskutiert wurden. 

Wie geht es jetzt weiter? Der Entscheid an der Philosophischen Fakultät ist gefallen. Das Nebenfachprogramm wird neu strukturiert. Der Dekan der PhF hat mehrfach darauf hingewiesen, dass es dabei zu keinen Einbussen bei der Lehrvielfalt kommen soll. Wir werden ihn dabei beim Wort nehmen und unser Engagement für die Studierenden weiterführen. 

3 Comments

  1. Ein weiteres Beispiel journalistischer Arroganz, wenn eine „Gegendarstellung“ mit den Worten „Der Vorstand des Studierendenverbandes FÜHLT sich durch den Artikel der ZS falsch dargestellt…“ beginnt. Auch für Journalisten gilt: Wer Fehler macht, sollte dazu stehen und sich nicht feige hinter der „Pressefreiheit“ verstecken!

  2. Die 30er Nebenfächer, die „dank dem Engagement des VSUZH“ (vgl. Artikel oben) in der Muster-RVO weiterhin enthalten sind, gibt es auf gesamtuniversitärer Ebene nur in Kombination mit dem 150er Hauptfach. Dies ist keine Option für die philosophische Fakultät.
    Was wir haben, und was viele von uns auch behalten wollen, sind die Kombinationen 120:30:30 / 90:90 / 90:60:30. Also ist wohl die neue RVO doch mit ein Grund für die Abschaffung der 30er NF an der PhF. Umgesetzt wird es zwar durch die PhF, angestossen wurde es aber vermutlich von der Universitätsleitung mit der RVO. Also wären wir wieder auf gesamtuniversitärer Ebene und die Frage der Zuständigkeit (die der Artikel oben bei den Fakultäten, bzw. Fachvereinen ansiedelt) ist somit nicht eindeutig beantwortbar.
    Auch wenn die MNF die 120:30:30-Kombination gerade erst eingeführt hat, geschah wohl auch dies gegen den Willen der Universitätsleitung. Früher oder später werden vermutlich auch sie die neue RVO übernehmen müssen und somit dann auch die 120:30:30-Kombination wieder abschaffen. Auch wenn nun von vielen etwas anderes behauptet wird. Wir werden es sehen…
    Zum unteren Teil des Artikels und auch zu diversen Wortmeldungen an der VSUZH-Sitzung vom 20. April: Wieso müssen immer wieder Mitglieder der kriPo oder der kriPo-Fraktion persönlich angegriffen werden? Was hat dies mit der sachlichen Ebene zu tun? Wir haben Ende März dank der Umfrage des Fachvereins Erziehungswissenschaft festgestellt, dass viele Studierende ausserhalb der studentischen Organisationen weder über die Reformen informiert waren, noch damit glücklich sind. Wir nehmen die Sorgen unserer Mitstudierenden, die nicht in die Informations- und Mitspracheprozesse von Universität und Fakultät eingebunden sind, ernst – besser spät als nie. Deshalb haben wir uns Unterstützung vom VSUZH gegen die Abschaffung der 30er NF erhofft. Dass sich der Rat gegen unseren Antrag entschieden hat, akzeptieren wir; dass unsere Mitglieder auf persönlicher Ebene angegriffen werden, jedoch nicht. Für uns ist auch das Thema 30er NF noch nicht zu Ende diskutiert. Wir werden uns weiterhin für die 3-Fächerkombination einsetzen.

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