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(Bild: Briony Campbell)

Sinnlicher Erstling

in Campus von

 

Das Debutalbum «Phase» des Briten Jack Garratt ist endlich da und hat es in sich.

Der 24-jährige Multiinstrumentalist spielt Gitarre, Klavier, Schlagzeug und singt auch noch dazu. Seine Musik ist ein einzigartiger Mix aus jazzigen Klaviermelodien, rockigen Gitarrenriffs, harten elektronischen Beats und einer sanften, aber kräftiger Stimme. Soul- und Gospel-Einflüsse werden immer wieder geschickt eingesetzt und der erzeugte Klang stimmt träumerisch, nachdenklich, ein bisschen nostalgisch und macht gleichzeitig Lust auf lange Partynächte.

Hinter melancholischen Melodien und aufwendigen Arrangements kommt die sensible Seite von Garratt in seinen Texten zum Vorschein. Seine Songs handeln meist von grossen Gefühlen und zwischenmenschlichen Beziehungen, die nicht immer einfach sind.

Obwohl sein Debutalbum erst vor kurzem erschienen ist, wird der Musiker schon seit paar Jahren international gefeiert. Nicht umsonst gewann der bärtige Brite mehrere Preise, unter anderem in der Kategorie «Critics Choice» bei den BRIT Awards 2016 und BBC «Sound of 2016».

Einflüsse aus verschiedenen Musikrichtungen treffen bei diesem Album aufeinander. Der Track «Far Cry» ähnelt vom elektronischen Aufbau her an James Blakes Stücke, die Chorusgesänge in «I Know All What I do» an Florence and the Machine. Die Sentimentalität in «Weathered» erinnert leicht an Mumford & Sons.

Nebst schon länger bekannten Singles aus 2014 wie «The Love You’re Given» und «Remnants» überrascht Garratt mit neuem, stärker elektronisch ausgerichtetem Sound wie «Synesthesia Pt. III» oder melancholischem Gesang in «Fire». Wer also auf abwechslungsreiche Melodien, viel Bass und sinnlichen Gesang steht, wird nicht enttäuscht.

Jack Garratt: Phase.
Island Records 2016.

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