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Sonntags geöffnet

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Die Bibliotheken des Deutschen Seminar und des Rechtwissenschaftlichen Institut haben bis Ende Frühlingssemester neu auch sonntags geöffnet. Das Pilotprojekt verursacht aber auch Mehrkosten für die Uni.

Seit anfangs November haben die Bibliotheken des Rechtswissenschaftlichen Instituts sowie die des Deutschen Seminars in einem Pilotprojekt auch am Sonntag geöffnet. Durch das Pilotprojekt stehen die 700 Lernplätze dieser zwei Bibliotheken den Studierenden nun auch sonntags von 9 bis 17 Uhr zur Verfügung.

Schon seit einiger Zeit verlangten Studierende längere Öffnungszeiten und vor allem auch Sonntagsöffnungszeiten der Bibliotheken. Dieser Wunsch, auch sonntags in den Bibliotheken arbeiten zu können, wurde einerseits durch eine Umfrage des VSUZH, sowie einer Klagewand in der Bibliothek des deutschen Seminars an die Bibliotheksleitungen vermittelt. Auch die Erfahrung zeigt: Bisherige Sonntagsöffnungszeiten in Bibliotheken wie beispielsweise dem Lernzentrum HBZ oder der Zentralbibliothek sind bei den Studis sehr beliebt.

Das Problem der überfüllten Lernräume ist seit langem bekannt. Die Massnahmen dagegen liessen auf sich warten, weitere Sonntagsöffnungszeiten wurden herausgezögert. Der Grund dafür kennt Ladina Tschander, wissenschaftliche Bibliothekarin beim deutschen Seminar: «Durch die Sonntagsöffnungszeiten fallen zusätzliche Kosten an, welche von dem Institut selber nicht tragbar wären.Neben Personalkosten fallen auch Heizungskosten sowie Kosten für den Reinigungsdienst an.» Finanziert werden diese neuen Sonntagsöffnungszeiten also durch zentrale Mittel, welche von der Universitätsleitung zur Verfügung gestellt werden.

In beiden Bibliotheken werden je zwei Mitarbeitende bzw. Studierende zum Einsatz kommen, die sich die Öffnungszeiten von 9.00 bis 17.00 Uhr aufteilen. Wie auch am Samstag wird der zu Verfügung stehende Service jedoch eingeschränkt sein. Grundsätzlich wird der normale Empfangsservice angeboten. Dazu gehören beispielsweise die Bibliotheksaufsicht, Geldwechsel sowie die Bücherrücknahme. Für bibliothekarische Auskünfte zu Inhalts- und Recherchefragen ist dann erst am Montag wieder Zeit.

Beschwichtigt Mitarbeitende

Trotz des anfänglichen Missmutes der Mitarbeitenden über die Aussicht, nun auch sonntags arbeiten zu müssen, zeigen sie mittlerweile Verständnis. «Weil das RWI eine Präsenzbibliothek ist, ist die Arbeit der Studierenden stark an die Öffnungszeiten gebunden. Eine Sonntagsöffnungszeit kommt damit den Studenten sehr entgegen», sagt etwa die Empfangsmitarbeiter der RWI-Bibliothek, Sophie Probst, selber Studentin. «Die neuen Öffnungszeiten sind sinnvoll.» Zudem würde die neue Sonntagsöffnung auch zusätzliche Arbeitszeit für Aushilfen und studentische Hilfskräfte mit sich bringen. Aushilfemitarbeitende hätten Vorrang auf die Sonntagszeiten, auch wenn sich alle Mitarbeitenden dafür eintragen könnten.

Ob das Pilotprojekt ein Erfolg sein wird, kann erst in paar Monaten gesagt werden. Die Unileitung hofft auf eine durchschnittliche Viertelbelegung der zwei Bibliotheken während des gesamten Projektes, welches bis Juni 2017 dauern wird. Zusätzlich zur Messung der Besucherzahlen kommt eine Kundenbefragung hinzu, welche im Mai 2017 durchgeführt werden wird.

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