Die unabhängige Zeitung für Uni und ETH

Tag archive

ZS #1/15

Printausgabe

Gesellschaftsspiegel Hollywood

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Amerika wird noch immer von weissen, alten Männern dominiert. Die Oscars sind da keine Ausnahme. Ava DuVernays Bürgerrechtsdrama «Selma» fesselt, berührt, spricht unbequeme Wahrheiten an. Hauptdarsteller David Oyelowo verkörpert Martin Luther King Jr. nicht als einen selbstlosen Märtyrer, sondern als einen von Zweifeln getriebenen Menschen. Das machte den Film zu einem hoch gehandelten Kandidaten für die diesjährigen Oscar-Verleihungen. Jedoch erhielten weder…

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Ach, Uni

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  Armen Avanessian nimmt in seinem Buch «Überschrift» kein Paper vor den Mund und beschreibt die geisteswissenschaftlichen Akademiker als pseudokritisch, konformistisch und depressiv. Was schlägt er vor? Fetischismus und Witz. Im Berliner Punkrock-Philosophie-Verlag Merve ist die Streitschrift erschienen, und der Covertext ist von einer Schicht Rubbellos-Grau in Form der obligaten Merve-Raute verdeckt. Weil man sich nicht die Mühe macht, die…

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Duell: Selfie

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    (Bilder: Nora Gsell)
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    (Bilder: Nora Gsell)

Johannes Luther und Simon Truog Bekanntheiten aus aller Welt und Zeit duellieren sich zu ausgelosten Themen. PRO: Sigmund Freud  Seit ich durch die Anzahl der bescheidenen psychoanalytischen Beobachtungen dem menschlichen Ich die schmerzlichste Kränkung der modernen Wissensgeschichte zufügte – es sei nicht Herr im eigenen Haus –, ist es dazu verdonnert, sich Selfie für Selfie darüber hinwegzutrösten. Dies ist ihm…

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Von Luther zu Zwingli

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Mein langer Weg zum Schweizer Pass. Ich sitze in einem lichtdurchfluteten Gang des Rathauses in Visp und warte auf die wichtigste Prüfung meines Lebens: meinen Einbürgerungstest. Gebürtige Walliser sind stolz: «Nennt mir das Land so wunderschön, das Land wo ich geboren bin», so die Hymne. Nun, ich bin in Kaiserslautern geboren. Diesen Ort verliess ich als Säugling. Mein Vater ist…

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Kalten Arsches

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Wie die ZS über die Jugendbewegung von 1980 berichtete. Neun Minuten. Nur neun kurze Minuten versetzten 1980 die Universität in Aufruhr. Sie führten zu einem der grössten Skandale der Zürcher Hochschule. Denn neun Minuten dauerte der Film, der den sogenannten Opernhaus-Krawall vom 30. Mai 1980 dokumentierte. Dieser Film beschäftigte auch die Macher des «Zürcher Studenten», wie die ZS damals hiess.  Und…

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«Die Bewegung war gewaltig»

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    Alfred Gilgen (*1930) war 24 Jahre lang Zürcher Re­gierungsrat für den LdU. Als Erziehungsdirektor galt er als Feindbild der Achtziger­bewegung. 1980 verbot er die Videoaufnahmen vom Opernhauskrawall, die dann später im Film «Züri brännt» verwendet wurden. (Bilder: Anna Dettwiler)
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    René Baumann studierte während der Achtziger­unruhen an der Universität Zürich Soziologie. Er hat jedoch nie abgeschlossen, da er lieber Filme machen wollte.Damals gehörte er dem Kollektiv «Videoladen» an, welches den Kultfilm «Züri brännt» (1981) produzierte. Den «Videoladen» gibt es noch heute – Baumann arbeitet als Kameramann und Produzent dort.
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    Heinz Nigg arbeitete während der Achtzigerunruhen als Forscher am Ethnologischen Seminar der Universität Zürich. Für ein wissenschaftliches Projekt filmte er die Szenen des Opernhaus­krawalls. Diese Aufnahmen wurden verboten und Niggs Lehrauftrag wurde nicht verlängert. Seine Aufnahmen wurden dann im Film «Züri brännt» verwendet. Heute arbeitet Nigg als freischaffender Ethnologe in Zürich.

Nina Kunz und Michael Kuratli Heinz Nigg filmte den Opernhauskrawall, René Baumann machte daraus «Züri brännt», Alfred Gilgen war ihr Feindbild. Ein Gespräch 35 Jahre danach. Herr Baumann, hätte es die Achtzigerbewegung ohne den Film «Züri brännt» gegeben?  Baumann: Ja, hätte es. Der Film erschien ja erst 1981. Aber «Züri brännt» und die Bewegung haben sich gegenseitig beeinflusst. Die Aufnahmen haben dabei als…

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Chronik der Unruhe

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Zürich im Ausnahmezustand: was 1980 geschah. «Subito, susch tätschts!» Unter diesem Leitspruch rollte die Zürcher Jugendbewegung während zweier Jahre über die Stadt. Von 1980 bis 1982 wurden Häuser besetzt, Demonstrationen organisiert und auf Autoritäten wie die Uni  gepfiffen. Die Jugendlichen forderten mehr kulturellen Freiraum. Ihrer Meinung nach hatte es für sie keinen Platz in der Stadt – gefördert werde nur…

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These: Video zum Glück

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Video zum Glück — In den Siebzigerjahren wurde Zürich zur «A-Stadt»: Voll mit Armen, Asylanten, Ausländern und Alternativen. Die Regierung kämpfte mit konservativen Konzepten gegen sinkende Einwohnerzahlen und wegbrechende Steuereinnahmen. Wer konnte, zügelte vom Grauen ins Grüne. In diesem Klima entbrannte 1980 eine Jugendbewegung, die zeitweise von zehntausend Menschen getragen wurde und nichts Geringeres als den Staat auf dem Schafott…

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Gastkommentar: VSS zur Stipendieninitiative

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Oriana Schällibaum Stipendieninitiative — Der 25. April 2010 war eigentlich ein ganz normaler Sonntag. Aber die Delegierten der Schweizer Studierendenschaften hatten Anderes im Sinn: Sie beschlossen die Lancierung einer nationalen Volksinitiative. Wenn Bund und Kantone die Harmonisierung des Stipendienwesens nicht anpacken wollen, dann müssen eben die Studis ran, so der Tenor. Denn selbst ist der Studi.  Die Stipendieninitiative ist das wohl…

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Unitär: Rezept zum Glück

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Rezept zum Glück — Koch hätte ich werden sollen, denke ich mir manchmal, wenn ich zu viel Zeit habe, alles zu hinterfragen. Doch wahrscheinlich wäre mir das Grübeln auch dann nicht vergangen. Denn Weltschmerz ist keine exklusiv akade-mische Krankheit. Schliesslich sind wir nach Gramsci alle Intellektuelle. Was er damit meint, ist dass wir alle manchmal intellektuell sind, aber nicht alle…

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