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These: Überall

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Im Tram, in der Mensa, in der Migros, im Hörsaal, im Kino, in der Bibliothek, in der Hosentasche, am Arbeitsplatz, im Museum, im Kindergarten, sogar auf manchen Pissoirs sind sie – und aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Screens sind omnipräsent, wir verlassen uns auf sie, sie nehmen uns Arbeit ab. Karteikarten, um Bücher zu recherchieren? Relikte der Nullerjahre. Am Schalter ein Billet lösen? Anachronistisch. Tagelang auf Briefe warten? Hahaha!
Aufgewachsen sind wir mit Lego, Räuber und Poli und dem Regenbogenfisch. Aber wir kennen auch Floppy Disks, Röhrenbildschirme gross wie Elefantenbabies und den Klang der 56k-Modems. Still und leise hat der Bildschirm unser Leben verändert. Wir arbeiten, vergnügen und präsentieren uns vor den Displays. Durch Twitter, Instagram und Facebook wird der Screen das Fenster zur Seele. Das ist kein Grund, in einen Kulturpessimismus zu verfallen. Im Gegenteil, Screens haben unser Leben in vielen Bereichen erleichtert und bieten unzählige neue Möglichkeiten. Trotzdem sollten wir uns den Annehmlichkeiten des technischen Fortschritts nicht unbedacht hingeben.
Wie weit geht unsere Bildschirmhörigkeit? Ist ein Leben nur vor dem Screen möglich oder gar wünschenswert? Wie hat das fluoreszierende Viereck unseren Unialltag verändert? Und was macht das blaue Flackern mit den Digital Natives, die die Ubiquität der Screens schon mit der Muttermilch aufsaugen? Jenen, die Zeitungsfotos mit Daumen- und Zeigefinger zu vergrössern versuchen und über Buchseiten wischen, um umzublättern? Es ist an uns, diese Fragen zu stellen. Wir sind die letzte Generation, die das kann.

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