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Unterricht fürs Tutorat

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Wer Tutorate geben möchte, kann sich dazu jetzt ausbilden lassen.

Tutorinnen und Tutoren sind an allen Fakultäten und in den unterschiedlichsten Fachrichtungen tätig. Eines ist ihnen allen gemein: Sie arbeiten nicht des Geldes wegen. Ihre Entlohnung an der Universität Zürich ist sogar eher bescheiden, wenn man sie ins Verhältnis  zum Arbeitsaufwand setzt, den sie leisten (ZS #4/17). Nein, die meisten von ihnen sehen das Tutorat als attraktive Möglichkeit, im akademischen Betrieb Fuss zu fassen.

Didaktische Grundkenntnisse

Bis jetzt war die didaktische Ausbildung von Tutorinnen und Tutoren an den jeweiligen Instituten sehr unterschiedlich. Das führte immer wieder zu herausfordernden Situationen für Tutorinnen und Tutoren, wie Stefan Andreas Keller von der Fachstelle Hochschuldidaktik der Universität Zürich sagt: «Viele Tutorinnen und Tutoren sind unsicher, wie sie ihre Rolle interpretieren sollen.»

Um die Institute zukünftig in der Ausbildung ihrer Tutorinnen und Tutoren zu unterstützen, hat die Fachstelle Hochschuldidaktik ein Ausbildungsprogramm mit dem Ziel lanciert, die Studierenden besser auf ihre Tätigkeit vorzubereiten. Im Zentrum stehen dabei Online-Kurse, mit denen angehende Tutoratsverantwortliche sich das dafür erforderliche Wissen selbstständig aneignen können. Im Idealfall sollten die Online-Kurse auch mit einer Präsenzveranstaltung am jeweiligen Institut verknüpft sein. Die Kurse sind in sogenannte Bausteine unterteilt: Jeder Baustein fokussiert auf einen Aspekt, der im Tutoratsalltag wichtig ist. Neben den Grundbausteinen, die Themen wie die eigene Rolle als Tutor oder Tutorin, Organisation eines Tutorats oder Bewerten und Begleiten eines Tutorats aufgreifen, sind auch Vertiefungsbausteine geplant, die auf spezifische Tutorate und deren Anforderungen zugeschnitten sein sollen. Die Bausteine seien aber bewusst breit gehalten: «Es geht darum, didaktische Grundkenntnisse zu vermitteln – auch im Hinblick auf eine allfällig weitere Tätigkeit über das Tutorat hinaus, an der Universität oder in der Berufswelt ausserhalb», sagt Keller. Zu diesem Zweck erhalten die Studierenden nach Abschluss des gesamten Programms eine Bescheinigung der Universität Zürich, die sie für spätere Bewerbungen verwenden können.

Unbezahlt und freiwillig

Das Programm startet im Frühlingssemester 2018. Bereits dieses Semester wurde es in einem Pilotprojekt mit einer Gruppe von 70 Interessierten getestet. Die Rückmeldungen darauf seien durchwegs positiv gewesen, so Keller: «Die Leute sind dankbar für die Hilfe, die ihnen mit diesem Programm geboten wird.»

Die Ausbildung ist unbezahlt. Denn auch hier ist die gebotene Chance grös-ser, der Einblick in etwas Neues reizender als die Aussicht auf Frankenscheine. «Der Arbeitsaufwand ist auf 30 Stunden beschränkt, wobei ein Baustein fünf Arbeitsstunden entspricht. Zudem ist die Teilnahme freiwillig.» Da 30 Arbeitsstunden genau einem ECTS-Punkt entsprechen, wäre es prinzipiell möglich, dass das Absolvieren der Ausbildung auf diese Weise honoriert wird. Spruchreif ist da aber noch nichts.

Das Ausbildungsprogramm soll möglichst alle, die ein Tutorat geben möchten, in kurzer Zeit an ihre Aufgabe heranführen. Das kommt allen zugute: In erster Linie den Tutoren und Tutorinnen. Aber auch den Dozierenden und Mitstudierenden ist gedient, wenn sie es mit Tutorinnen und Tutoren zu tun bekommen, die gut auf ihre Aufgabe vorbereitet sind. ◊

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