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Viel Geld und viele Zahlen

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Start-ups verändern die Art und Weise, wie unsere Wirtschaft funktioniert. Eine Übersicht über die wichtigsten Daten.

Staatliche Förderung

Ganze 99.6 Prozent der in der Schweiz eigetragenen Betriebe sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU), also solche mit weniger als 250 Angestellten. Sie beschäftigen ungefähr zwei Drittel aller in der Schweiz Erwerbstätigen. Damit sind sie die wichtigste Stütze der Schweizer Wirtschaft und werden deshalb vom Staatssekretariat für Wirtschaft und dem Bundesrat rege gefördert: Im Jahr 2012 entging dem Fiskus gut eine Milliarde Franken wegen Steuererleichterungen für Unternehmen, obwohl dieselben einen Gesamtgewinn von über 14 Milliarden generierten. Dank dieser Massnahmen konnten ebenfalls 2012 fast 2’500 Arbeitsplätze gesichert werden. So berichtet es das Staatssekretariat für Wirtschaft in einer Aufstellung vom November 2016.

Innovation und Wachstum

Nicht alle KMU sind Start-ups. Start-ups sind ein Typ von Unternehmen, der sich durch sehr hohe Innovativität sowie das Potenzial zu schnellem Wachstum und damit einhergehender Wertsteigerung auszeichnet. Waren früher eher Tradition und Erfahrung Kennzeichen für wirtschaftlichen Erfolg, so muss heute alles schnell gehen: Die drei von der Marktforschungsagentur «Millward Brown» als wertvollste Marken der Welt gelisteten Unternehmen waren 2016 im Durchschnitt gerade einmal 34 Jahre alt und erwirtschafteten zusammen fast 400 Milliarden US-Dollar  Umsatz. Zum Vergleich: Das nominale Bruttoinlandprodukt von Österreich beträgt nur gerade 15 Milliarden mehr.

Standort Schweiz

Auch in der Schweiz machen Start-ups grosse Geschäfte. Insgesamt wurden im Jahr 2015 nicht ganz 700 Millionen Schweizer Franken in die Gründung von rund 12’000 jungen Unternehmen investiert. Der grösste Teil davon floss in die Branchen Life Sciences und Informations- und Kommunikationstechnologie. Interessanterweise machen Start-ups aus den Life Sciences aber nur einen Fünftel aller Neugründungen aus, während sie 70 Prozent des ganzen Geldes bekommen.

Aus volkswirtschaftlicher Sicht wäre dies erfreulich,  wenn nicht der Anteil der Investitionen aus dem Inland verhältnismässig gering wäre. Schätzungsweise 43 Prozent des Kapitals stammen aus der Schweiz.  Es ist zu befürchten, dass erfolgreiche Unternehmen später dahin abwandern, wo ihr Geld herkommt. Im europäischen Durchschnitt finanzieren sich zwei Drittel der Start-ups über inländisches Geld, in Frankreich sogar 83 Prozent.

Während in Zürich vor allem Unternehmen aus dem Bereich der Informatik gegründet werden, scheint Basel vor allem Unternehmende aus den Life Sciences anzuziehen. Zusammen mit dem Kanton Waadt bilden die beiden Städte das jungunternehmerische Zentrum der Schweiz: Etwa zwei von drei Start-ups entstehen hier.

Firmengründungsfirmen

Das Gründen einer Firma ist lukrativ. Darum gibt es in der ganzen Schweiz bereits Dutzende Business-Zentren, Institute und Anlaufstellen, die sich auf die Gründung von Start-ups spezialisiert haben und in aller Regel auch an erfolgreichen Unternehmen mitverdienen.

Ausserdem sind auch die Hochschulen daran, junge Unternehmen zu fördern. An der Uni Zürich heisst die entsprechende Plattform «Startup@UZH», das Pendant an der ETH nennt sich «spinoff ETH Zürich». Beide Hochschulen wollen so die Erkenntnisse aus ihrer jeweiligen Forschung auf den Markt bringen – und natürlich zu Geld machen.

Nicht nur erfolgreich

Trotz aller beeindruckenden Zahlen scheint das Patentrezept für erfolgreiche Firmengründungen noch nicht gefunden worden zu sein. Nach fünf Jahren muss jedes zweite Start-up schon wieder aufgelöst werden. ◊

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