Studiert an der ZHAW, macht jetzt ein Praktikum bei den SBB: Giuliano Catalano (Bild: Oliver Camenzind).

Vom Hörsaal zum Hauptbahnhof

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Viele Studierende arbeiten nach ihrem Abschluss im öffentlichen Verkehr. An der ZHAW gibt es ein Studiengang, der darauf ausgerichtet ist.

Für viele Studierende gilt: Der Weg an die Uni führt über den Hauptbahnhof. Sie kommen mit Fernzügen, S-Bahnen oder steigen hier aufs Tram. Der Hauptbahnhof Zürich ist indirekt ein wichtiger Bestandteil des Studiums.

«Jeden Tag etwas Neues»

Vom Bahnhof in den Hörsaal – und vom Hörsaal dann zurück zum Bahnhof. Das gilt zumindest für Giuliano Catalano: Er absolviert momentan ein Hochschulpraktikum bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), wo er auf der Medienstelle tätig ist. Catalano studiert Kommunikation an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW). Der dreijährige Studiengang sieht vor, dass die Studierenden im fünften Semester ein Praktikum machen, um die im Studium erlernten Fähigkeiten praktisch anwenden zu können. «Grundsätzlich ist es wie bei jedem Praktikum: Es geht darum, etwas zu lernen und Erfahrungen zu sammeln, wie es ist, einer Arbeit nachzukommen», sagt Catalano.

Für die SBB hat er sich entschieden, weil sie so vielfältig sei: «Die SBB ist ein Grossbetrieb mit unterschiedlichsten Teilbereichen. Seit ich mein Praktikum begonnen habe, ist noch kein Tag vergangen, an dem ich nicht etwas Neues gelernt hätte.» Dazu komme, dass die SBB eine Partnerin der ZHAW sei.

Grundgerüst aus dem Studium

In seiner täglichen Arbeit unterstützt Catalano die Pressesprecher und Pressesprecherinnen auf der Medienstelle. Er hilft bei der Recherche und arbeitet Antwortvorschläge auf Medienanfragen aus. Am liebsten aber mag er es, wenn er sich über längere Zeit mit einem Thema auseinandersetzen kann: «Wenn ich beispielsweise eine Medienmitteilung verfasse und dafür ein paar Tage Zeit habe, findeich das reizvoll.» Dabei kommt ihm das Wissen aus dem Studium zugute. Auch wenn er es im Studium als trocken empfunden hat, zu lernen, wie man eine Medienmitteilung verfasst, ist er nun froh darum. «Ich habe ein Grundgerüst, auf das ich bauen kann», Catalanos Praktikum endet im Januar. Danach wird er an die ZHAW zurückkehren, um seinen Abschluss zu machen.

Gleich neben den Gleisen gelegen: die ZHAW in Winterthur.

Alles mit Verkehr

Ein anderer Studiengang – ebenfalls an der ZHAW – bereitet die Studierenden ebenfalls auf eine spätere Arbeit im öffentlichen Verkehr vor. Der Studiengang ist äusserst breit angelegt, erklärt Andreas Schori, der sich im dritten Semester befindet: «Vereinfacht gesagt, studieren wir alles, was sich bewegt.» So setzen sich Studierende mit allerlei auseinander, was mit Mobilität und Verkehr zu tun hat – nicht nur mit dem öffentlichen. Auch mit logistischen Aspekten wie der Planung und Instandhaltung des Strassennetzes befassen sich die Studis. Immer wichtiger werde zudem der intermodale Verkehr, das Reisen mit verschiedenen Verkehrsgütern für eine Strecke: «Während des Studiums sind wir Generalisten. Mit der Bachelorarbeit spezialisieren wir uns dann», sagt Schori.

Auch beim Studium Verkehrssysteme arbeitet die ZHAW mit Partnern zusammen – eine der wichtigsten ist auch hier die SBB. Daneben finden sich aber auch Firmen wie Alstom, Siemens oder Stadler Rail. Teil der Zusammenarbeit ist es, dass die Partnerunternehmen jedes Semester Dozierende stellen, die ihr Fachwissen den Studierenden weitergeben. Etwas, was Schori schätzt: «Genau das ist für mich der Vorteil einer angewandten Wissenschaft.»

Arbeitsfeld Hauptbahnhof

Jedes Jahr nehmen 20 bis 30 Studierende ein Studium der Verkehrssysteme auf. Der öffentliche Verkehr ist das Arbeitsfeld, in dem der Grossteil von ihnen nach dem Abschluss arbeitet. Viele von ihnen haben dabei in der einen oder andern Form wieder mit dem Hauptbahnhof zu tun. Nicht mehr als Studierende auf dem Weg zur Uni. Sondern als Arbeitnehmenden im öffentlichen Verkehrswesen.

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